Jemand sagte mir einmal, Schreiben bedeute, einen Weg ohne Lichter und ohne Pflaster zu bahnen.
Ich fand keinen Pfad. Da waren nur Schatten. Und in diesen Schatten: Figuren. Ein Junge, der nirgends dazugehörte. Eine Leere. Kael Ardent. Eine Elfe mit silbernen Augen, die hundert Jahre darauf wartete, dass jemand zu ihr sagte: „Komm mit mir." Ein Mädchen, das Magie stahl, weil die Welt ihr sagte, sie besäße keine. Ein Wächter, der nie auserwählt wurde und schließlich zum Magier wurde. Eine Drachenprinzessin, die sich für einen Menschen entschied, ohne um Erlaubnis zu fragen. Ein siebter Prinz, der den Tod gegen einen Neuanfang eintauschte. Ein junges Magie-Wunderkind und ein Schriftsteller mit sozialer Angst, verbunden durch einen unmöglichen Faden.
Sie entsprangen nicht der Fantasie. Sie entsprangen der Notwendigkeit. Dem Bedürfnis, zu erzählen, was ich mit meiner eigenen Stimme nicht sagen konnte. In ihren Stiefeln zu gehen, nicht in meinen.
Ich schreibe Geschichten, weil ich jemanden wie mich — wie uns — sehen muss, der das durchquert, was ich nie zu benennen wusste: die Stille der Orientierungslosigkeit, das Gewicht der Blicke, die etwas von dir erwarten, den Riss zwischen dem, was die Welt sagt, dass du bist, und dem, was du wirklich bist.
Meine Figuren lehrten mich, dass selbst die Leere ihren eigenen Weg bauen kann. Dass keine Essenz zu haben nicht bedeutet, keinen Wert zu haben. Dass ein Zuhause sich manchmal nicht finden lässt, sondern mit bloßen Händen und gebrochenem Herzen gebaut werden muss. Dass man, selbst wenn man wegen seines Andersseins ausgestoßen wird, immer seinen eigenen Ort erschaffen kann. Dass Wissen mächtiger sein kann als das Schwert. Dass die Verbindung zwischen zwei Seelen weder Welten noch Wirklichkeiten kennt.
Ich schreibe nachts. Ich schreibe allein. Aber ich bin nie allein, denn jene, die mich tragen, lehrten mich, Farbe zu sehen, wo andere nur Schatten sehen.
Wenn du bis hierher gekommen bist, wenn du eines meiner Bücher aufgeschlagen hast, dann suchst vielleicht auch du einen Ort, den du Zuhause nennen kannst. Oder einen Spiegel, in dem du dich sehen kannst. Oder einfach eine Geschichte, die dich daran erinnert, dass du nicht allein bist.
Willkommen. Hier drinnen ist es kalt, aber es gibt Platz.
Ich kämpfe noch immer. Und solange es jemanden gibt, der einen Spiegel braucht, in den er blicken kann … werde ich weiter Geschichten erzählen.
Diese Geschichte trage nicht ich allein. Sie wird von denen getragen, die lesen, die fühlen, die verstehen, dass eine Leere auch mit etwas erfüllt sein kann, das der Hoffnung ähnelt.
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Und wenn dir eines meiner Bücher als Spiegel gedient hat, schenke mir eine Rezension. Ein paar Worte von dir können das Licht sein, das ein anderer Leser braucht, um diesen Weg zu finden.
Ich habe keine andere Armee als euch.