Gespräch mit dem Autor Arno Loeb
Frage: Lieber Arno Loeb, Sie sind ein Schriftsteller mit wenig Sinn für die bürgerlichen Sekundärtugenden. Stimmt das?
Arn Loeb: Naja, bissle harmlos steh ich jetzt mit dieser Frage da, gehts nicht wilder?
Frage: Ihr aufrührerisches Wesen, Ihre Unangepasstheit brachten Sie schon hinter Gitter und jeder, der mit Ihnen zu tun hat der braucht gute Nerven.
Arno Loeb: Schon besser, äh, schlimmer ...
Frage: Bei den Recherchen zu Ihrer Person habe ich allerhand gefunden. Zum einen haben Sie einen recht bewegten Lebenswandel, zum anderen scheinen mehrere Personen in Ihnen zu stecken. Wer sind Sie wirklich?
Arno Loeb: Wie können Sie so neugierig sein? Meine Person ist ein Rätsel. Sie glauben gar nicht, wie viel Kopfgeld für meine Person gezahlt wird. Es gibt einige Leute, die nicht wollen, dass ihre Schandtaten von mir hemmungslos aufgedeckt werden.
Frage: Sie kommen aus eine der ältesten, aber auch unbekanntesten Großstädte Deutschlands, nämlich aus Augsburg. Erzählen Sie uns ein bisschen Interessantes über Ihre Heimat im Voralpenland, südlich der Donau.
Arno Loeb: Schon seit über zweitausend Jahren laufen hier in Augsburg, zwischen Lech und Wertach, böse Buben und wilde Mädels durch die Gegend. Die Römer verbrannten die Afra, die Landsknechte töteten im Auftrag der Fucker die Bauernrebellen und die Halbstarken hatten nach dem 2. Weltkrieg tödlichen Streit mit den US-GIs und den ersten Gastarbeitern.
Frage: Wir hätten gerne was über berühmte Augsburger, außer Ihnen natürlich, noch gewusst.
Arno Loeb: Augsburg wurde nicht nur durch den Schlagerkönig Roy Black und die Puppenkiste bekannt, sondern auch durch den Vater von Wolfgang Amadeus Mozart. Nicht zu vergessen ist der berühmt-berüchtigte Jakob Fugger, der nicht immer ganz legal seinen Reichtum zusammenraffte. Und auch er gehört zu Augsburg: Bert Brecht. Hier an einem Lechkanal in einer lauten Feilenhauerei geboren, der Autor der "Dreigroschenoper", in der die Verbrecher vom Haifisch singen, der gefährliche Zähne hat.
Frage: Sie gehören ja zur Sorte der umtriebigen Menschen, die gerne auf mehreren Hochzeiten tanzen. Was machen Sie sonst noch?
Arno Loeb: Geheim!
Jokers: Aha. Was ist für Sie die Würze zu einem packenden Roman? Wie schreiben Sie?
Arno Loeb: Auf jeden Fall ist Spontaneität beim Schreiben wichtig, finde ich, und keine Rücksicht auf Gefühle, vor allem nicht auf die eigenen. Ich wundere mich oft selbst, wie ich harmloser, mitleidiger, zartfühlender Mensch, der schon Gewissensbisse bekommt, wenn er einem Hund aus Versehen auf den Schwanz tritt, gemeine Mörder auf unschuldige Opfer loshetzt.
Frage: Wie kommt Spannung rein?
Arno Loeb: Ein aufregender Roman, ein Krimi, ein Thriller, dazu braucht es schräge Gestalten, überraschende Action, eine Portion Erotik und alle Sorten von Humor, die manche übel dahingemordete Leiche leichter ertragbar machen.
Frage: Wie würzen Sie Ihre Romane noch, damit diese für Ihre Leser ein Genuss werden?
Arno Loeb: Es muss saftiges, derbes, heftiges Alltagsleben rein. Wer meine Bücher liest, der bekommt einen Cocktail aus Elektroschock, Zuckerwatte, Dessous-Shop und total verrückter Verfolgungsjagd - plus einiges Unglaubliches, Schockierendes und Verrücktes - und mehr ...
Zur Person Arno Loeb:
Arno Loeb, der in Augsburg geboren wurde, arbeitete schon in Wien als Aushilfspförtner im Bestattungs-Museum, aber hatte auch andere bemerkenswerte Tätigkeiten wie Sex-Shop-Dekorateur, Bier-Auslieferer, Sondermüll-Sortierer, Pflastermaler und Food-Designer. Auf einer Insel gründete er ein Survival-Hotel, das leider abgebrannt ist. Arno Loeb lernte Textilkaufmann, dann Grafik-Designer und war Mitbegründer einer alternativen Konzertagentur, Herausgeber von Horror-Literatur und auch Redakteur bei diversen Underground-Magazinen.
Seit dem Jahre 2000 arbeitet Arno Loeb als Schriftsteller und Reise-Reporter.
Mehr Information zu Arno Loeb: http://www.augsburgwiki.de/index.php/AugsburgWiki/LoebArno