Gerhard Birk

Gerhard Birk ist am 29. April 1938 im Regierungsbezirk Breslau in Niederschlesien (heute Polen) geboren und aus der Familientradition heraus evangelisch getauft worden. Seine Patentante war Diakonissenschwester. Im Laufe seiner Entwicklung, vor allem aber durch die traurigen Erfahrungen von Krieg, Flucht vor der herannahenden Front und dem Nachkriegselend, ist er atheistisch geprägt worden. Wie viele andere der etwa 14 Millionen Flüchtlinge suchte die durch die Hölle gegangene, entwurzelte und völlig verarmte siebenköpfige Familie Birk im kleiner gewordenen und weithin zerstörten Land nach einer neuen Existenzgrundlage. So kam es, dass Gerhard teils in Schlesien, in Sachsen (Niederdorf, seinerzeit Krs. Stollberg; in Ost- und Westberlin, in Buschhof (Meckl.-Vorpommern), in Repente, Heimland/Luhme, in Rheinsberg/Mark und Neuruppin (Land Brandenburg), in Kamenz (Sachsen), in Leipzig, Ludwigsfelde bei Berlin, Potsdam und schließlich in Chemnitz (Sachsen) und anderen Orten aufwuchs bzw. gewohnt hat.

Nach seiner mehrfach unterbrochenen Schulzeit, die er nach acht Jahren 1952 in Flecken Zechlin beendet hatte, nahm er eine Lehre in der Landwirtschaft auf, die er nach zwei Jahren abbrach, um eine kaufmännische Lehre beim Konsum-Kreisverband Neuruppin aufzunehmen. Diesen Beruf übte er einige Zeit lang (als Buchhalter, aber auch als Verkaufsstellenleiter eines Industriewarengeschäfts) in Rheinsberg/M. aus. Parallel zur Berufsausbildung hatte er in der Abendschule den Abschluss der zehnten Klasse und später die Hochschulreife nachgeholt. Zwischen 1958 und 1960 war er Angehöriger der Luftstreitkräfte. Der Versuch, Pilot zu werden, schlug ebenso fehl wie der Wunsch, Journalistik zu studieren. So nahm er (nach Beendigung des Militärdienstes beim Bodenpersonal) das Studium der Fächer Germanistik und Geschichte und später an der Humboldt-Universität Berlin ein Fernstudium für Archivwissenschaft auf. Nach der Promotion (1968) war er 22 Jahre als wiss. Mitarbeiter im Wissenschaftsbereich Kulturgeschichte/Volkskunde bzw. im Zentralinstitut für Geschichte an der Akademie der Wissenschaften zu Berlin tätig. Nach der im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung erfolgten Auflösung der Akademie ist er bis zum Eintritt in den Ruhestand als wissenschaftlicher Archivar tätig gewesen. Nach Beendigung seiner beruflichen Laufbahn wandte er sich vor allem der Belletristik zu. Es entstanden (siehe „Bibliografische Angaben“) zehn Sachbücher, zwei Romane und mehrere Erzählbände. Daneben war er nach wie vor wiss. wie auch publizistisch tätig. Gerhard Birk ist seit 1966 mit der Lehrerin Liane Birk verheiratet. Gemeinsam haben sie einen Sohn und eine Tochter, vier Enkelkinder und eine Urenkelin.

Dr. Birk hat folgende Bücher veröffentlicht:

Verwehte Spuren - Parochie Gröben

Verwehte Spuren - Kerzendorf

Verwehte Spuren – Wietstock

Lüdersdorf – Hist. Mosaik eines märkischen Dorfes

Ludwigsfelde in alten Ansichten

Ludwigsfelder Geschichte in Bildern

Der Teltowkanal - ein Jahrhundertbauwerk

Die Region Zossen in alten Ansichten

Bismarcks Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie (Reihe illustrierte Hefte Nr.44)

Historisches Mosaik von Thyrow

sowie die Broschüren:

Einblicke in die Ortsgeschichte von Christinendorf

Vom Ludwigsfelder Bahnhof zum Museum

Darüber hinaus arbeitete er als Autor an mehreren wissenschaftlichen Buchpublikationen, so z. B. zur "Kultur und Lebensweise der werktätigen Klassen und Schichten in der Magdeburger Börde" (in vier Bänden), zur Bodenreform und zur Flüchtlingsproblematik mit.

Birk ist Verfasser einer Vielzahl von volkskundlichen, kulturgeschichtlichen und geschichtswiss., insbesondere heimat-, lokal- und regionalgeschichtlichen Beiträgen in wiss. Wie auch populär-wiss. Publikationsorganen.

Viele seiner Aufsätze und Rezensionen wurden vor allem im "Jahrbuch für Kulturgeschichte/ Volkskunde", im "Jahrbuch für Geschichte", im "Bulletin Faschismus/Zweiter Weltkrieg", in den "Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs", Bd. 34, in "Brandenburgische Archive. Mitteilungen aus dem Archivwesen" des Landes Brandenburg 6/1995, in "Branden-burgische Landesgeschichte und Archivwissenschaft", Weimar 1997, im "Heimatjahrbuch Teltow-Fläming", im "Heimatmagazin - Das Teltower Land" und in anderen wiss. und populär-wiss. Zeitschriften, Zeitungen und Journalen veröffentlicht.

Gegenstand seiner wiss. Untersuchungen waren unter anderem die Kultur und Lebensweise der werktätigen Klassen und Schichten, das Vereinswesen, die Fest- und Feiergestaltung, aber auch die Geschichte der Arbeitserziehungslager und die Zwangsarbeiterproblematik unter den Bedingungen des Nationalsozialismus.

Daneben hat Dr. Birk nebenberuflich die ortsgeschichtliche Reihe "Ludwigsfelder Geschichte und Geschichten" begründet und über neun Jahrgänge hinweg geleitet.

In dem autobiografisch angelegten Roman "Gefrorene Tränen. Blutiger Schnee" (2005) befasste er sich mit der Flucht aus Schlesien. Dieses Buch ist 2006 in überarbeiteter und erweiterter Auflage erschienen. Im Jahre 2008 veröffentlichte er die Erzählung "Von der Katzbach bis an den Main". 2011 erschien das Buch "Die Wiederentdeckung des bundes-deutschen Ostens – Geschichten zur Zeitgeschichte", 2012 der Erzählband "Gott und die Welt – Geschichten zur Zeitgeschichte" und 2013 der Roman "Verbrechen, die nicht ungesühnt bleiben dürfen – Der Leidensweg eines Missbrauchsopfers". Mehrere Erzählungen und Gedichte von Birk sind in Anthologien erschienen.

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