Katja Wenzel

Irgendwann saß ich nach einer dieser fürchterlichen Nächte, in denen ich abwechselnd die Leuchtanzeige des Weckers betrachtet hatte und ruhelos durch das Haus gewandert war, in der Küche und fragte mich über der dritten Tasse Kaffee, wann und warum mir der Schlaf abhandengekommen war.

Aus dem Badezimmerspiegel blickte mir eine traurige, aufgequollene Gestalt mit tiefen Augenringen entgegen. Wie immer fand ich nichts zum Anziehen fürs Büro, was nicht nur daran lag, dass sich die Bügelwäsche wieder einmal türmte, sondern auch an etlichen Extrakilos an Bauch und Hüften.

Kein Wunder, auf dem Weg zur Arbeit kaufte ich mir regelmäßig ein dick mit Salami und Remoulade belegtes Brötchen, und im Büro naschte ich Schokolade, um wenigstens das Gefühl von einem Energiekick zu haben. Gar nicht erst zu reden von meinen nächtlichen Raubzügen im Kühlschrank.

Wenn mich die Schlaflosigkeit wieder einmal in den Fängen hatte und die Gedankenspirale sich gar nicht beruhigen wollte, stopfte ich alles wahllos in mich hinein. So etwas machen weder Waage noch Magen auf Dauer mit, sodass ich mich nicht nur mit Übergewicht, sondern auch mit Verdauungsbeschwerden quälte.

Als Teenager und während meiner Ausbildung schlief ich wie ein Murmeltier. Was Schlaflosigkeit wirklich bedeutet, erfuhr ich nach der Geburt meines ersten Kindes. Hatte ich meinen Sohn in der Nacht gestillt, fand ich nicht wieder zurück ins Reich der Träume. Das konnte ich eine Zeitlang gut kompensieren.

Da mein Mann und ich entschieden hatten, dass ich zu Hause bleibe, konnte ich den fehlenden Schlaf tagsüber auf dem Sofa nachholen. Als beide Kinder im Kindergarten, beziehungsweise in der Schule waren, entschloss ich mich, wieder halbtags zu arbeiten.

Der berufliche Wiedereinstieg fiel schwerer als erwartet. Die Anforderungen hatten sich verändert und ich brachte oft Arbeit mit nach Hause. Dort hieß es gleichzeitig, den Bedürfnissen von Mann und Kindern gerecht zu werden, die ein oder andere Katastrophe des Alltags zu managen und den Haushalt in den Griff zu bekommen. Kurz gesagt, ich fiel meistens erst weit nach Mitternacht im Bett.

An Schlaf war trotzdem nicht zu denken. Durch meinen Kopf ratterte, was ich heute alles wieder nicht geschafft hatte und welche Dinge morgen anstehen. Ich wälzte mich, getrieben von meinen Gedanken, hin und her und wurde am Ende ärgerlich auf meinen Mann, der sich selig vor sich hin schnarchte.

Ich versuchte, mich zum Schlafen zu zwingen und erreichte nur das Gegenteil. Dabei wurde ich immer nervöser, gereizter, war permanent genervt von den Kindern und auch mit meinem Mann gab es nur noch Stress. Nach und nach verabschiedeten sich einige Freundinnen mehr oder weniger aus meinem Leben. Heute kann ich das verstehen, denn wer will auf die Frage nach dem Befinden sofort Zeuge eines Tränenausbruchs werden?

Als mein Mann das erste Mal von Scheidung sprach, weil er mit meinen Stimmungsschwankungen nicht mehr umgehen konnte, ließ ich mir vom Arzt ein Schlafmittel verschreiben.

Parallel dazu machte mein Frauenarzt einen Hormonstatus und bestätigte, was ich ohnehin schon geahnt hatte: Die Wechseljahre waren auf dem Vormarsch und auch mit meiner Schilddrüse haperte es. Die Präparate, die ich bekam, sorgten dafür, dass ich mich, benommen von dem starken Schlafmittel, nachts permanent zur Toilette schleppen musste.

Als ich die Kinder an einem schönen Sommertag abholte, am Steuer in einen Sekundenschlaf fiel und fast einen schweren Unfall verursacht hätte, wusste ich, dass es nun Zeit war, das Ruder herumzureißen.

Ich fand eine Heilpraktikerin, die sich meiner Probleme ganzheitlich annahm. Wir suchten zusammen nicht nur gezielt nach Störquellen wie elektrischen Geräten im Schlafzimmer oder einer schlechter Matratze, sondern ich führte auch ein Schlaftagebuch und nahm eine Ernährungsumstellung in Angriff.

Ich lernte, auf das berühmte Bauchgefühl zu hören, „Nein“ zu sagen und vor allem, die Kontrolle zuweilen abzugeben. Meine beste Freundin half mir, ein sanftes Sportprogramm zu starten. Wir gingen zusammen Walken und meldeten uns im Yoga-Kurs an.

Mit den purzelnden Pfunden kehrte nicht nur mein Selbstbewusstsein zurück, sondern langsam aber sicher auch der Nachtschlaf. Parallel dazu absolvierte ich eine Ausbildung als Entspannungstherapeutin.

Es geht mir heute so gut wie nie zuvor. Ich bin gesund, leistungsstark, aktiv im Kreise von Familie und Freunden und sprudele nur so über vor neuen Ideen. Wenn ich als nahezu hoffnungsloser Fall gelernt habe, wieder in Balance zu kommen, dann kann das jede Frau. Aus diesem Grund habe ich die Schlaf-Formel für Frauen für einen besseren Schlaf entwickelt.