Paula Bach

Paula Bach ist das Pseudonym von Beate Sauer, einer deutschen Autorin, die mit ihren historischen Romanen und Krimis eine große Leserschaft begeistert. Sie lebt im Rheinland.

Foto: © Ewa Wawrzyniak

Was hat Sie am Jahr 1967 gereizt?

Mich hat die zweite Hälfte der 60er Jahre gereizt, weil dies eine so sehr politische Zeit und eine Zeit der großen gesellschaftlichen Umbrüche war. Wenn ich mit Menschen gesprochen habe, die damals jung waren, fielen immer wieder die Worte „Wir haben damals geglaubt, dass wir die Welt verändern können und dass alles möglich ist.“

Meine Heldin Ira Schwarz arbeitet ja bei der Weiblichen Kriminalpolizei (WKP) in Köln. 1967 war das Jahr, in dem es sich für WKP-Beamtinnen abzeichnete, zur allgemeinen Polizei wechseln zu können. Also nicht mehr nur in einem auf Kinder und Jugendliche zugeschnittenen Bereich tätig zu sein. Und ich wollte für Ira die Option, zur Mordkommission wechseln zu können.

Wie haben Sie recherchiert?

Ich habe mit Zeitzeugen gesprochen, mir viele Dokumentarfilme angesehen und Bücher gewälzt. Und ich habe Tage in der Kölner Stadtbibliothek verbracht und mir Ausgaben des "Kölner Stadtanzeigers" aus den 60er Jahren durchgesehen. Lokalzeitungen sind, finde ich, eine ganz wunderbare Quelle. Sie vermitteln viel Zeitkolorit und man bekommt einen Blick auf die alltäglichen, kleinen Dinge.

Was hat Sie bei Ihrer Recherche überrascht?

Mich hat überrascht, dass sich zwischen 1967 und 2020 – zumindest auf den ersten Blick – in Köln gar nicht so viel geändert zu haben scheint. 1966/67 war der Mülheimer Platz in Köln der Platz mit der höchsten Abgasbelastung in Deutschland. Köln hatte in den 60er Jahren ein massives Verkehrsproblem und es gab viel zu wenig Parkplätze. Außerdem waren die Schulen auch damals schon marode … Mich hat aber auch überrascht, wie viel „Altes“ und „Neues“ 1967 neben einander existierte. Es gab noch das sehr brutale System der Erziehungsheime und daneben eine Anlaufstelle in der Kölner Innenstadt, wo versucht wurde, straffällig gewordene Jugendliche pädagogisch und psychologisch zu betreuen. Student*innen haben sich 1967 häufig gesiezt. Während der Diskussionen im Berliner AStA zum brutalen Vorgehen der Berliner Polizei während des Schah-Besuchs im Juni haben die Männer oft noch Anzug und Krawatte und die Frauen Kostüm und Bluse getragen und die Frisuren aller waren sehr ordentlich. Oder die Anti-Baby-Pille … Die gab es 1967 schon, aber sie war legal nur für verheiratete Frauen mit mindestens drei Kindern zu bekommen.

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