Monika Karner

Monika Karner

geboren bin ich in der Nibelungenstadt Tulln an der Donau, nahe bei Wien, zwei Jahre vor Kriegsende als in vielen Nächten Sirenen heulten und die Menschen vor Bombenangriffen in Luftschutzkeller flüchteten. Vielleicht deshalb meine Lärmempfindlichkeit, vielleicht ist sie aber auch Anteil einer Störung, die meinen Sohn in vollem Ausmaß traf. Er ist nonverbaler Autist, geboren in einer Zeit in der man wenig bis nichts darüber wusste. Sein Vater suchte Trost im Alkohol. Nach beinahe 20 Jahren verließ ich ihn, Haus, und Kater. Die Kombination Autismus und Alkoholismus waren unerträglich geworden, zehrten an meinen Kräften. Verantwortung und Sorge für den autistische Sohn trug ich allein. Ich brauchte Wohnung und Einkommen. Und begann als freie Journalistin und Regieassistentin beim Österreichischen Rundfunk. Mein Hauptverdienst war in Wien, der Sohn endlich in einer guten Schule bei Ravensburg, anschließend in der Vorarlberger Lebenshilfe. Deshalb pendelte ich 16 mal im Jahr 700 Kilometer zwischen Wien und Dornbirn hin und her, 25 Jahre lang. Soweit die Realität.

Fiktion ist der Beruf, eine der Liebesgeschichten, andere sind real, die meisten endeten tatsächlich schnell, wer will schon einen Autisten als Mitgift, fiktiv ist eine Geschichte, die wäre sie real, mich hinter Gitter brächte.

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