Hernando Gomez

Geboren in Bogotá, Kolumbien, wuchs der Autor in einer Familie auf, in der Religion zwar präsent war, sich jedoch oft wie eine auferlegte Verpflichtung anfühlte. Diese frühe Auseinandersetzung mit dem Glauben führte dazu, dass er von der Grundschule bis zum Abschluss der Sekundarstufe eine amerikanische katholische Schule besuchte. Dort wurde die Strenge der Religion etwas gemildert und machte einer sanfteren Form spiritueller Bildung Platz.

Sein Weg führte ihn anschließend zu einer der angesehensten militärischen Institutionen der Welt: der United States Air Force Academy. In diesem Umfeld, umgeben von Disziplin, Routine und einem hochstrukturierten Leben, wurde Religion zu einer besonderen Oase des inneren Ausgleichs (die Messe um 18 Uhr war der kostbarste Atemzug innerhalb des täglichen Rhythmus). Mitten im Aufstieg der „wiedergeborenen Christen“ und der evangelikalen Begeisterung identifizierte er sich weder vollständig mit diesen Bewegungen noch lehnte er sie völlig ab. Dennoch hielten Freundschaften mit Menschen aus beiden Gruppen die Flamme seines Glaubens lebendig. So sehr, dass der tägliche Besuch der Messe während seiner vier Jahre an der Akademie und noch zwei weitere Jahre danach zu einem wesentlichen Bestandteil seines spirituellen Lebens wurde.

Mit 24 Jahren begannen Zweifel Wurzeln zu schlagen. Die theologischen Widersprüche eines allmächtigen, vollkommenen und liebenden Gottes standen in starkem Kontrast zu den Bildern von Bestrafung und Gewalt im Alten Testament und belasteten Herz und Geist schwer. Hinzu kam die unvermeidliche Enttäuschung darüber, die Fehler des Dogmas und einiger Mitglieder des Klerus mitzuerleben. Diese Realitäten kollidierten miteinander und erschütterten die Grundfesten seines katholischen Glaubens.

Im Alter von 26 Jahren erschütterten der Verlust seines Vaters und eine außerkörperliche Erfahrung viele seiner tief verwurzelten Überzeugungen. Die religiöse Lehre, die er so viele Jahre mit sich getragen hatte, brach zusammen und hinterließ ihn leer, verwirrt und in gewisser Weise verzweifelt. Doch mitten in dieser Leere blieb eine unumstößliche Gewissheit bestehen: Es existierte eine Dimension jenseits der physischen Welt, und er war entschlossen, sie zu verstehen.

Von diesem Moment an wurde die Suche nach einem umfassenderen Verständnis zu seiner Lebensaufgabe. Durch Zeiten des Glücks und tiefen Schmerzes, des Wachstums und des Lernens begab er sich auf eine Reise, die inzwischen mehr als vierzig Jahre umfasst.

Was als verzweifelte Suche nach Antworten begann, verwandelte sich in ein engagiertes tägliches Studium über Spiritualität und den höheren Sinn des Lebens. Obwohl er zeitweise tiefe Abneigung gegenüber Religion und ihren starren sowie manipulierten Doktrinen empfand, hörte er niemals auf, sie zu studieren, angetrieben von einem intensiven Verlangen, die größten Geheimnisse des Universums zu verstehen.

Eines Nachts, zu Beginn seiner fünfziger Jahre, erschien ihm in einem Traum mit außergewöhnlicher Klarheit ein Gedanke:

„ICH BIN GOTT.“

Seine erste Reaktion war, dies als absurden Traum abzutun, doch die Intensität und Deutlichkeit, mit der dieser Gedanke erschien, machten ihn zu einer unvergesslichen Erfahrung.

Einige Jahre später, während er durch eine Straße in South Beach, Miami, ging, stieß er auf ein Graffiti mit den Worten:

„ICH BIN Gott,

du bist es ebenfalls.

Der einzige Unterschied zwischen uns

liegt im Grad unseres Verständnisses

dieser großartigen Wahrheit.“

Und damit begann das eigentliche Spiel; das Verständnis von „ICH BIN GOTT“ wurde zu einer absoluten Priorität.

Anfangs war er vorsichtig, um nicht egozentrisch oder verrückt zu wirken, wenn er diese Aussage gelegentlich äußerte, doch seine Überzeugung von ihrer Wahrheit wurde immer stärker.

Dann kam eines Tages — obwohl die langen und intensiven Jahre spiritueller Arbeit äußerlich kaum greifbare Ergebnisse hervorgebracht hatten — der Moment, in dem die Offenbarung von „ICH BIN“ in ihm mit einer Klarheit einrastete, wie er sie nie zuvor erlebt hatte.

Dieses einfache und doch tiefgreifende Verständnis wurde zum Schlüssel, um die großen Wahrheiten zu entschlüsseln, nach denen er jahrzehntelang gesucht hatte. In diesem Augenblick ergab plötzlich alles einen vollkommenen Sinn.

Er erkannte, dass Religionen trotz all ihrer Unvollkommenheiten und Widersprüche aus einer anderen Perspektive betrachtet werden müssen; nicht als endgültige Antworten, sondern als Stufen auf dem Weg zu einer höchsten Offenbarung von Heilung und Erleuchtung.

Noch wichtiger aber war die Erkenntnis und der Wunsch, diese heilige und zeitlose Wahrheit zu teilen: Mit „ICH BIN“ besteht keine Notwendigkeit für einen anderen Gott; alles befindet sich im Inneren des Menschen (das heißt: Das Reich Gottes ist in dir), und jede Seele ist Teil davon oder hat Zugang dazu — wie die Beziehung zwischen der Welle und dem Ozean — jedoch mit einer gewaltigen transformierenden Kraft, die das Leben jener verändern kann, die dieses Verständnis annehmen.

Was in diesem Buch folgt, ist die Vollendung eines ganzen Lebens der Suche. Es ist das schließlich zusammengesetzte Puzzle des Universums, aufgebaut durch Studium, Reflexion und Erfahrung.

Mit diesem Werk hofft der Autor, den Lesern den Frieden und die Inspiration zu schenken, die notwendig sind, um das bestmögliche Leben zu führen und jeden Augenblick voll auszuschöpfen. Sein Wunsch ist es, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg zur göttlichen Wahrheit des „ICH BIN“ beschreiten möge, was bedeutet:

„ICH BIN GOTT“

(ein Teil von Ihm)

und deshalb …

„DU BIST ES AUCH.“

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