Clara Rojas

Clara Leticia Rojas González (Bogotá, Kolumbien) ist eine herausragende kolumbianische Anwältin, Referentin und Autorin, deren Leben und Werk tiefe Resilienz, Hoffnung und Lebensengagement widerspiegeln.

Ausgebildet an der Universidad del Rosario mit einer Spezialisierung im Steuerrecht sowie einem Master in Politikwissenschaften an der Pontificia Universidad Javeriana, zeichnete sich Clara sowohl im öffentlichen Sektor – wo sie für das Nationale Planungsamt und das Ministerium für Außenhandel tätig war – als auch im privaten und akademischen Bereich aus.

Ihre Geschichte wurde symbolträchtig, als sie im Februar 2002 von den inzwischen aufgelösten FARC entführt wurde, während sie die damalige Präsidentschaftskandidatin als Debattexpertin begleitete. Ihre Freilassung erfolgte sechs Jahre später, am 10. Januar 2008, im Rahmen der humanitären Operation Emmanuel, die nach ihrem kleinen Sohn benannt wurde.

Nach ihrer Befreiung verwandelte Clara ihr extremes Erlebnis in ein kraftvolles Instrument des Wandels. 2009 veröffentlichte sie Cautiva, ein bewegendes Zeugnis, das Erfahrungsbericht, Glaube und Mut vereint. Es wurde in mehrere Sprachen übersetzt und als beste lateinamerikanische Biografie bei den Latin American Book Awards 2010 und 2011 ausgezeichnet. Weitere Bücher von ihr sind Resiliencia Personal a Prueba de Fuego, Cartas a Emmanuel, De la Selva al Congreso und ihr jüngstes Werk Te entrego mi corazón, das der Erinnerung an ihre Mutter Clara González de Rojas gewidmet ist.

Ihr soziales Engagement zeigte sich in der Fundación País Libre, deren geschäftsführende Direktorin sie von 2011 bis 2013 war. Sie unterstützte Opfer von Entführung, Erpressung und dem gewaltsamen Verschwinden und förderte Projekte für Freiheit und Versöhnung. Anschließend zog sie 2014–2018 als Abgeordnete für Bogotá ins kolumbianische Parlament ein und unterstrich ihr politisches Engagement. Dort war sie von 2015 bis 2016 Präsidentin der Menschenrechtskommission und Mitglied der Ersten Kommission, der Kommission zur Überwachung des Opfergesetzes sowie der Friedenskommission. Von 2021 bis 2022 war sie UNESCO-Beraterin für Bildung sowie Sozial- und Geisteswissenschaften.

Heute verbindet Clara Rojas ihre Tätigkeit als Autorin und Mutter mit ihrer Berufung als Dozentin und Rednerin und legt ihren Schwerpunkt auf Resilienz, Führung, Motivation, Geschlechtergerechtigkeit und die Stärkung einer Demokratiekultur. Ihre aktive Mitwirkung auf internationalen Foren wie dem Oslo Freedom Forum, Women Forum, der OECD und dem MEDEF in Frankreich sowie weiteren in Lateinamerika hat sie zu einer anerkannten Stimme in den Bereichen sozialer Wandel, Führung, Vergebung, Hoffnung und Demokratie gemacht.

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