Klaus Keller

Kommunikation kann nur so gut gelingen, wie wir uns gegenseitig verstehen.

Wenn mich meine langjährige Tätigkeit als Arzt etwas gelehrt hat, dann kann ich die Erkenntnis in diesem Satz zum Ausdruck bringen. Viel zu oft gehen wir davon aus, dass das Gegenüber uns klar versteht. Dies gilt in allen Situationen, erlangt jedoch in bestimmten Situationen eine besondere Bedeutung: unter anderem, wenn es Gesundheit und Behinderung geht!

Nach einem Medizinstudium in Heidelberg und Mannheim begann ich meine klinische Tätigkeit in Augsburg in der Pädiatrie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Schnell erkannte ich den Wert und die Notwendigkeit von Rehabilitation bei Menschen, deren Erkranungen längerfristige oder lebenslange Auswirkungen haben.

In der Rehabilitation für Menschen mit psychischen Erkrankungen darf ich seit über 30 Jahren erkennen, wie notwendig für einen Erfolg dieser Maßnahmen eine gute Kommunikation zwischen Fachkräften für Rehabilitation, Angehörigen und Rehabilitanden ist. Schon nach kurzer Zeit begannen wir unter anderem mit der Konzeption und der Umsetzung von Angehörigenseminaren und Info-Gruppen zu Rehabiltiation.

Gleichzeitig hat sich das Verständnis von Krankheitsauswirkungen und Behinderung grundsätzlich verändert. Behinderung wird nicht mehr als reine Krankheitsauswirkung verstanden. Sie ist vielmehr die Wechselwirkung eines Menschen mit Gesundheitsproblem und seiner Umwelt. Das wird im bio-psycho-sozialen Modell der ICF und der UN-Behindertenrechtskonvention deutlich.

Mit meiner beruflichen Tätigkeit versuche ich, eine gutes Verständnis dieser Grundlagen bei allen Menschen zu fördern, die sich mit Teilhabe und Rehabilitation beschäftigen. Langjährigen Erfahrung in der Vermittlung dieser Kenntnisse zu Rehabilitation und ICF haben in den bisher 2 Büchern ihren Niederschlag gefunden.

Auf ein gutes Verständnis!