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Haben diese Bauklötze Einsteins Phantasie beflügelt?


Albert Einsteins Bauklötze

Albert Einsteins Bauklötze

Seit wenigen Tagen werden Albert Einsteins Bauklötze bei AbeBooks zum Verkauf angeboten.

Das Set besteht aus zwei Holzkästchen, die insgesamt ca. 160 Klötze enthalten, viele davon mit Macken und Gebrauchsspuren. Ist es möglich, dass dieses einfache Spielzeug die Phantasie eines Jungen angeregt hat, der zu einem der größten Physiker unserer Zeit werden sollte?

“Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt” sagte Einstein 1929 in einem Interview und seine Schwester Maja Winteler-Einstein berichtet, dass der Physiker schon als kleiner Junge seiner Phantasie gerne freien Lauf ließ und mit seinen Bauklötzen “komplizierte Bauwerke” baute.

Das Set wurde von Anker Steinbaukasten hergestellt, einer Firma aus Halle, die früher für ihr Kinderspielzeug weltbekannt war. Die Bauklötze in den Farben rot, blau und gelb bestehen aus natürlichen Materialien wie Sand, Schlämmkreide und Leinöl. Die Idee der Bauklötze geht zurück auf den didaktischen Ansatz der Spielgaben des Pädagogen Friedrich Fröbel. Später wurden sie von Gustav Lilienthal zum Architektur-Modellspiel weiterentwickelt: statt der Fröbelschen geometrischen Grundformen wie Würfel und Quader verwendete Lilienthal architektonisch geformte Bauklötze wie Bogen oder Kegel. Damit sollten Kinder in ihrem Fühlen, Denken und Erkennen angeregt und Motorik, Phantasie und Kreativität gefördert werden. Unter der Führung von Adolf Richter erlebte die Firma in den 1880er und 1890er Jahren eine Hochzeit: Pro Jahr verließen nahezu 40.000 Baukästen das Werk in Rudolstadt. Nach seinem Tod 1910 führten langanhaltende Erbstreitigkeiten zum Niedergang der Firma. Als die Produktion 1995 wieder aufgenommen wurde, kommentierte der damalige US-Präsident Bill Clinton diese Entwicklung mit “Just wonderful”.

Albert Einstein

Albert Einstein

Einsteins Bausteine werden für rund 155.000 Euro vom Händler Seth Kaller aus White Plains in den USA angeboten. Kaller hat die Bauklötze im letzen Jahr bei einer Auktion erworben, bei der sie von Vertretern von Einsteins Nachfahren angeboten worden waren. Der auf historische Gegenstände und Dokumente spezialisierte Händler wird die Blöcke vom 9. bis 12 März auf der New York Antiquarian Book Fair ausstellen. 

Kaller beschreibt die Bauklötze als “einzigartige und wichtige Gegenstände aus Einsteins Kindheit. Der Wissenschaftler J. Robert Oppenheimer sowie die Architekten Frank Lloyd Wright und Walter Gropius haben ebenfalls mit Bauklötzen von Anker Steinbaukasten gespielt.”

Gegenstände mit Bezug zu Einstein haben oft einen hohen Sammlerwert. So wurde beispielsweise im Jahr 2007 eine signierte US-Erstausgabe von “Über die spezielle und allgemeine Relativitätstheorie” für 11.000 Euro über AbeBooks verkauft. Außerdem werden mehrere Briefe von Einstein für fünfstellige Summen bei dem Online-Marktplatz angeboten. Eine Urlaubspostkarte von 1923, die von Einstein bekritzelt wurde, steht für 48.000 Euro zum Verkauf.

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