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Die fünf härtesten Jobs in der Literatur

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Der eigene Job ist nicht immer ganz einfach? Dabei findet man gerade in der Literatur genügend Beispiele, die einen daran erinnern, wie gut man es doch eigentlich hat. Lest selbst!

1. Schauhungern als Beruf – Ein Hungerkünstler von Franz Kafka

Hungerkünstler zu sein ist auch nicht mehr das, was es einmal war, erklärt uns der Erzähler aus Kafkas Werk gleich zu Beginn seiner Geschichte. Eingeperrt in einen Käfig, findet seine Kunst des andauernden Hungerns zahlreiche Zuschauer, die ihn nicht nur bewundern, sondern auch aufpassen, dass er nicht heimlich isst. Spätestens nach vierzig Tagen wird er jeweils gezwungen seinen Käfig zu verlassen und zu essen. Denn er glaubt, noch viel länger hungern zu könnnen. Immer weniger Schaulustige interessieren sich für die Darbietung des Hungerkünstlers, der daraufhin anfangen muss beim Zirkus zu arbeiten. Er hungert immer weiter, wird jedoch kaum mehr bemerkt bis er völlig in Vergessenheit gerät.

2. Deprimierter Kolumnenschreiber – Miss Lonelyhearts von Nathanael West

Erschienen 1933, in der Zeit der Großen Depression, erzählt der Roman von der Leidensgeschichte eines jungen Mannes, der als Kummerkastentante Miss Lonelyhearts bei einer Zeitung anfängt. Schon bereits nach kurzer Zeit stapeln sich die Briefe zahlreicher verzweifelter New Yorker auf seinem Tisch, die ihm ihr Leid klagen. Unfähig den ganzen Kummer zu ertragen, verfällt der junge Mann in eine tiefe Depression, fängt an zu trinken, sich zu prügeln und geht Affären mit unterschiedlichen Frauen ein, darunter der Frau seines Chefs.

3. Klon – Alles, was wir geben mussten von Kazuo Ishiguro

In Ishiguros einzigartigen Roman wird den Kindern einer Schule nur nach und nach die schreckliche Wahrheit eröffnet: sie sind Klone, deren einziger Daseinszweck darin besteht, später lebenswichtige Organe an kranke Menschen zu spenden. Dabei wird ihnen ihr Schicksal durch jede Menge Euphemismen mitgeteilt: sie sind “Auserwählte”, die “Leben spenden” bis sie “vollenden”, also sterben. Geht’s noch schlimmer?

4. Magd im Staat Gilead – Der Report der Magd von Margaret Atwood

Desfred (engl. Offred) aus Atwoods dystopischen Roman gehört zu den wenigen noch fruchtbaren Frauen, die nach einer Nuklearkatastrophe nicht unfruchtbar geworden sind. Als Magd wird sie einem Kommandaten und dessen Frau zugeteilt, für die Desfred ein Kind austragen soll. Mehrmals muss sie “die Zeremonie” – den Geschlechtsakt – über sich ergehen lassen, bei der die Frau des Kommandanten stets anwesend ist. Die Beziehung wird verkompliziert, als sie eine geheime und illegale Beziehung zum Kommandaten eingeht. Ihrer Freiheit beraubt, mit der Eifersucht der Frau des Hauses konfrontiert und vom Staat zum Mittel-zum-Zweck degradiert – man kann sich wohl keinen schlimmeren Job vorstellen.

5. Wissenschaftler auf der Solaris-Forschungsstation – Solaris von Stanislaw Lem

Wissenschaftler, sollte man meinen, haben einen der interessantesten Berufe. Nicht so die Forscher der Solaris-Station!  Diese werden tagtäglich von einem intelligenten Ozean gequält, der aus den Erfahrungen und Gefühlen jedes einzelnen verstorbene geliebte Menschen erscheinen lässt. Wobei die Erinnerungen meist mit Schuldgefühlen verbunden sind. Die einzige Lösung: die ungeliebten Gäste zu vernichten.

Die 10 unglaublichsten Buchrekorde

Wer ist der wortgewandteste Schriftsteller? Welches das geheimnisvollste Buch? Und wer der vergesslichste Leser? Wir haben uns auf die Suche nach einigen der interessantesten und skurrilsten Buchrekorde gemacht, die sicherlich nicht jeder kennt!

Der längste Satz…

…stammt nicht von Marcel Proust, der in einem Band von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit mit 845 Wörtern aber immerhin den längsten Satz der französischen Literatur zustande gebracht hat (dicht gefolgt von Victor Hugo mit 823 Wörtern in Die Elenden). Auch James Joyce schafft es mit einer erstaunlichen Leistung von 12.931 Wörtern in Ulysses noch nicht an die Spitze. Der längste Satz stammt aus Erste Riten (engl. The Rotter’s Club) von Jonathan Coe und umfasst im englischen Original stolze 13.955 Wörter! Dies trifft jedoch nur zu, wenn man Nigel Tomms absurdes Kunstwerk The Blah Story nicht mitzählt, das einen Satz aus 2.403.109 Wörtern enthält, wobei meistens das Wort „blah“ wiederholt wird.

Die jüngste Autorin…

… ist nicht etwa Mary Shelley, die bereits mit 19 Jahren ihr berühmtes Werk Frankenstein schrieb. Nein! Die jüngste publizierende Autorin aller Zeiten ist Dorothy Straight, die 1962 im Alter von nur vier Jahren für ihre Großmutter das Buch How the World began schrieb. Zwei Jahre später wurde es veröffentlicht.

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Das erste auf einer Schreibmaschine getippte Manuskript …

… lieferte Mark Twain mit Leben auf dem Mississippi. Der Erste, der durch seine Bücher zum Millionär wurde, war der Abenteuerschriftsteller Jack London. J.K. Rowling hingegen war die Erste, die dank ihrer Bücher zur Milliardärin wurde.

Den größten Wortschatz… 

…soll Goethe in seinen Werken verwendet haben – mit ca. 90.000 Wörtern stellt er jeden anderen Schriftsteller in den Schatten. So sollen bei William Shakespeare „nur“ ca. 30.000 unterschiedliche Wörter gezählt worden sein. Zum Vergleich: Der gebildete Durchschnittsdeutsche verfügt über einen aktiven Wortschatz von ca. 12.000 bis 16.000 Wörtern.

Die am meisten veröffentlichten Werke…

…schrieb der Autor L. Ron Hubbard, von dem zwischen 1934 und 2006 1.084 Werke publiziert wurden. Das meistverkaufte und meistübersetzte Werk aller Zeiten ist sicherlich die Bibel. Doch welcher Roman ist ein Langzeit-Bestseller? Mit 200 Millionen Exemplaren steht Charles Dickens Geschichte zweier Städte noch vor Tolkiens Herr der Ringe mit 150 Millionen verkauften Exemplaren.

Das am längsten ausgeliehene Buch…

…heißt Sunshine Sketches of a Little Town von Stephen Leacock. Eve Lettice aus Victoria in Kanada fand es 1998 beim Aufräumen ihres Dachbodens. Ausgeliehen wurde es 1916 von einem früheren Vormieter. Nach 82 Jahren erhielt die örtliche Leihbücherei das Exemplar zurück und erließ der Frau die angefallenen Strafgebühren von 7,200 Kanadischen Dollar.

Das unsinnigste Büchergesetz…

… scheint es in Southbridge, Massachusetts (USA), zu geben. Dort ist in den Straßen das Lesen von Zeitungen oder Büchern nach 20 Uhr strengstens verboten.

Das meistübersetzte literarische Werk… Untitled-2

… ist der Roman Pinocchio des Italieners Carlo Collodi, das bereits in über 260 Sprachen und Dialekte übersetzt wurde. Unter den meistübersetzten Büchern führt natürlich wieder die Bibel, welche vollständig in 518 Sprachen übersetzt wurde. Die meistübersetzte Autorin ist Agatha Christie, deren Werke bereits in 7.233 unterschiedlichen Übersetzungen vorliegen.

Das teuerste Buch aller Zeiten…

… wurde 1994 für 30,8 Millionen Dollar verkauft. Der Käufer war niemand Geringeres als Bill Gates, der den Codex of Leicaster, ein Notizbuch von Leonardo DaVinci, gekauft hatte. Als das wertvollste Buch hingegen gilt der Codex Manesse, die berühmte Heidelberger Liederhandschrift in mittelhochdeutscher Sprache. Es musste für 50 Millionen Euro versichert werden, als es 2006 auf Reisen zu einer Ausstellung ging.

Als das geheimnisvollste Buch…

…gilt das Voynich Manuskript, das in einer bisher nicht identifizierten Schrift und Sprache geschrieben ist. Benannt wurde es nach Wilfrid Michael Voynich, der es 1912 erwarb. Es wurde auf die Zeit zwischen 1404 und 1438 bestimmt. Die vorhandenen Abbildungen erinnern an einen botanischen, anatomischen und astronomischen Zusammenhang.

 

Welche Buchrekorde würden Euch noch besonders interessieren?

Welten der Angst

horror1Seit Anbeginn der Menschheit verbreiten Horrorgeschichten Angst und Schrecken. Und bis heute erfreut sich dieses Genre in Literatur und Film großer Popularität. Aber was fasziniert uns so an übernatürlichen Wesen, daran mit den Figuren Angst, Schrecken, Wahnsinn und Schmerz zu empfinden und in bedrohlich-unheimliche Situationen einzutreten?

Schrecken, Horror, Ekel – so beschreibt Stephen King die drei grundlegenden Arten des Grauens in der Horrorliteratur. Und genau diese Gefühle sollen durch das Lesen von Schauergeschichten ausgelöst werden. Seit jeher bieten sie dem Leser die Möglichkeit ihn mit seinen Ängsten vor der Dunkelheit, dem Tod, dem Unbekannten und Kontrollverlust zu konfrontieren.

Den exakten Ursprung von Horrorgeschichten zu bestimmen ist schwer, denn Elemente des Übernatürlichen gab es bereits schon in der antiken Literatur, so z.B. in Homers Odyssee oder Dantes Die Göttliche Komödie – die in machen Quellen als eine der ersten Horrorgeschichten genannt wird. Und auch in Legenden, Sagen und Märchen sind übernatürliche Phänomene keine Seltenheit.

Einen guten Ansatz bildet das 18. Jahrhundert. Denn in dieser Zeit beginnt die Geschichte der Gothic Novel (dt. Schauerroman), in der düstere Schlösser, Jungfrauen in Not, finstere Wälder und übersinnliche Wesen die bestimmenden Motive sind. Als erster Roman dieses Genres gilt Die Burg von Otranto (1764) von Horace Walpole. In Deutschland wurde der Schauerroman besonders durch Werke von E. T. A Hoffmann geprägt.

Im 19. Jahrhundert setzte eine zweite Gothic-Welle ein, mit Autoren wie Wilkie Collins, Charles Dickens, Mary Shelley und Bram Stoker, der mit seinem Roman Dracula die Figur des blutsaugenden Vampirs in Literatur und Film populär machte. Durch den Altmeister des Gruselns, Edgar Allan Poe, wurde die Horrorgeschichte auch für die Entwicklung der modernen Kurzgeschichte bedeutend. Die moderne Horrorliteratur ist vor allem mit Namen wie H.P. Lovecraft, Robert Bloch und Stephen King verbunden.

Durch ihre lange Geschichte und ihre Kombination mit anderen Genres wie Science Fiction, Fantasy oder dem Detektivroman, ist es geradezu unmöglich einer Auflistung an großartigen Horrorwerken gerecht zu werden. Nichtsdestotrotz haben wir für Euch einige der prägendesten Horrorklassiker zusammengestellt. Perfekt für alle, die an Halloween das Bedürfnis verpüren, sich etwas gruseln zu wollen!

dracula11. Die Elixiere des Teufels – E.T.A. Hoffmann

2. Untergang des Hauses Usher – Edgar Allan Poe

3. Dracula – Bram Stoker

4. Frankenstein – Mary Shelley

5. Cthulhu-Mythos-Romane – H.P. Lovecraft

6. Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde – Robert Louis Stevenson

7. I am Legend – Richard Matheson

8. Der Exorzist – William Peter Blatty

9. Shining – Stephen King

10. Das Schweigen der Lämmer – Thomas Harris

Die Abenteuer von Alice

Seit Erscheinen von Alice im Wunderland (1865) und Alice hinter den Spiegeln (1871), den weltweit wohl populärsten Kinderbuch-Klassikern, hat es unzählige Nachahmungen, Fortsetzungen und Parodien rund um die Wunderwelt von Lewis Carroll gegeben. Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts waren die Nachahmungen so zahlreich, dass Carroll seine eigene Sammlung von Alice-Werken anfing. Aber auch heute ist die Faszination an der Fantasiewelt Carrolls und seiner Figuren noch lange nicht versiegt:

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New Adventures of Alice

1. A New Alice in the Old Wonderland von Anna Matlack Richards (erstmals publiziert 1895) – Alice Lee, ein amerikanisches Mädchen, besucht das Wunderland und trifft auf all die Figuren, von denen sie in Carrolls Buch gelesen hat.

2. Gladys in Grammarland von Audrey Mayhew Allen (1897) & Alice in Grammarland von Louise Franklin Bache (1923) – zwei pädagogische Erzählungen.

3. New Adventures of Alice von John Rae (1917) – das Mädchen Betsy träumt von einer Fortsetzung der Alice-Bücher.

4. More ‘Alice’ von Yates Wilson (1959), dessen Tochter ihn um mehr Alice-Geschichten bat.

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More ‘Alice’

5. Alice Through the Neddle’s Eye (dt. Alice und das Land im Nadelöhr) von Gilbert Adair (1984) – Alice gelangt durch ein Nadelöhr in eine andere Welt.

6. Automated Alice (dt. Alice im Automatenland) von Jeff Noon (1996) – Alice gelangt in das zukünftige Manchester, eine Welt der Automatenwunder.

7. The Looking Glass Wars (dt. Spiegellabyrinth) von Frank Beddor (2006) – alternative Geschichte um Prinzessin Alyss Heart (a.k.a. Alice Liddell).

8. Alice in Sunderland von Bryan Talbot (2007) – Graphic novel, in der die Geschichte von Sunderland, Lewis Carroll und Alice miteinander vermischt werden.

9. Alice in Verse: The Lost Rhymes of Wonderland von J. T. Holden (2010) – Alice im Wunderland wird in 19 Gedichten nacherzählt.

10. Alice in Sussex von Andreas Platthaus (2013) – Alice befindet sich nicht im Wunderland, sondern in einem Haus tief unter der Erde, wo sie auf Carrolls Schöpfungen trifft.

Warum man immer ein Buch dabei haben sollte

1. Ein Buch beruhigt die Nerven. Soll die Bahn doch 30 Min. später kommen! Ich bin solange im Nimmerland.1

2. Bücher können Leben retten! In den USA hat eine Bibel in der Hemdtasche eines Busfahrers, jenen vor zwei tödlichen Schüssen gerettet.

3. Ein Buch kann zweierlei: dich vor einem unangenehmen Gespräch bewahren oder ein interessantes Gespräch starten.

4. Ein Buch lässt dich unschuldig aussehen. Das war ich nicht, ich hab gelesen!

5. Ein Buch bietet den perfekten Schutz: ob als Waffe (hier eignen sich Hardcover besonders gut), Diebstahlsicherung (wer kommt schon weit mit Krieg und Frieden in der Tasche?) oder als Sichtschutz zum Beobachten von Leuten.

6. All deine technischen Geräte haben den Geist aufgegeben? Bücher funktionieren immer!

7. Mit einem Buch in der Hand sieht man immer gebildet aus.

8. Du hast ein Treffen mit einer unbekannten Person und weißt nicht wie er/sie aussieht? Lies ein Buch und überlass es dem anderen dich zu finden.

9. Bücher bieten immer gute Unterhaltung – perfekt für jede Situation des Wartens.

10. Und nicht zu vergessen: Mit einem Buch bist du niemals allein!

 

Habt Ihr auch immer ein Buch dabei?

20 kultige Buchcover

Auf den Inhalt kommt es an? Nicht nur! Der Umschlag ist heute in der Verlagswelt das wichtigste Werbemittel für ein Buch. Es soll den Betrachter fesseln, ihn neugierig machen und ihm bestenfalls einen Eindruck von dem Inhalt geben. Dabei kann der Buchumschlag nicht nur ein Werk, sondern auch das Regal eines jeden Buchliebhabers in einen echten Hingucker verwandeln!

Wir haben einige der schönsten und bekanntesten Buchcover der letzten 150 Jahre zusammengestellt. Einige von ihnen erfreuen sich bis heute großer Popularität, andere hingegen sind nur in einem bestimmten sprachlichen Raum geläufig und wiederum andere sind bereits vergessen und nur noch Kennern dieser Ausgaben bekannt. Nichtsdestotrotz, ein Hingucker sind sie allemal!

Internationale Buchcover

BraveNewWorld     1984

Psycho    godfather

hobbit     wizard1

hemingway     pride

gatsby     catcher

petitprince    apsycho

jurassic    fleming

Deutsche Buchcover

blechtrommel    10806975257

kafka     buddenbrooks

emil     unendlich1

Nicht alles glauben, was man liest

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Hat Nick seine verschwundene Frau Amy wirklich umgebracht? Warum belügt er die Polizei, wenn er doch nichts zu verbergen hat? Oder hat Amy alles nur inszeniert? In ihrem Roman Gone Girl (2012) spielt die Autorin Gillian Flynn geschickt mit den Erwartungen des Lesers. Immer dann, wenn man glaubt, man wüsste, was Sache ist, verläuft die Geschichte wieder in eine andere Richtung.

Manipuliert wird der Leser durch die beiden Ich-Erzähler Nick und Amy, deren Erzählstränge sich immer wieder abwechseln und eine komplett unterschiedliche Sichtweise einnehmen. Wem soll der Leser nur glauben?

Während Gillian Flynn nicht nur einen, sondern gleich zwei unzuverlässige Erzähler in ihren Roman einführt, gibt es in der Literatur genügend andere Erzählfiguren, denen man entweder glauben kann – oder auch nicht:

1. Nick Carraway in Der große Gatsby – F. Scott Fitzgerald

2. Dr. James Sheppard in Alibi – Agatha Christie

3. Holden Caulfield in Der Fänger im Roggen – J. D. Salinger

4. Humbert Humbert in Lolita – Vladimir Nabokov

5. Chief Bromden in Einer flog über das Kuckucksnest – Ken Kesey

6. Der Erzähler in Fight Club – Chuck Palahniuk

7. Edward Daniels in Shutter Island – Dennis Lehane

8. Patrick Bateman in American Psycho – Bret Easton Ellis

9. Pi in Schiffbruch mit Tiger – Yann Martel

10. Briony in Abbitte – Ian McEwan

 

Wohnung Nr. 50 in der Sadowaja Straße 10

P1010389Sie ist nicht nur zentraler Schauplatz eines der bekanntesten russischen Klassiker des 20. Jahrhunderts, sondern auch ehemaliger Wohnort seines Autors – des sowjetischen Schriftstellers Michail Bulgakow.

Für jeden, der seinen satirisch-phantastischen Roman Meister und Margarita gelesen und geliebt hat, ist der Besuch des ehemaligen Hauses des Autors ein Muss. Begleitet von seinen Gehilfen – darunter ein riesiger Kater namens Begemot – steigt der als Ausländer getarnte Teufel Voland in der Wohnung Nummer 50 im Haus Sadowaja 302b ab und versetzt von da aus Moskau in ein heilloses Chaos. Die nicht existierende Nummer 302, mit der Bulgakow die fiktiven Ereignisse im Roman unterstreichen wollte, findet sich auch am Hofeingang des Areals wieder.

Auch wir haben einmal an einem der beliebtesten literarischen Orte Moskaus vorbeigeschaut und sind in das charmante Wirrwarr von Alltagsgegenständen und Schriftstellerutensilien eingetaucht.

Bereits das Treppenhaus, dessen Wände mit Zeichnungen und Texten aus Bulgakows Romanen verziert sind, gestaltet sich als literarischer Hingucker und ist gleichzeitig eine Hommage an den Autor und dessen Werk. Neben alltäglichen Gegenständen wie Küchenutensilien und Möbelstücken, findet man in der kleinen Wohnung auch die Schreibmaschine, Manuskripte und den Arbeitsplatz des Autors.

Bereits im Jahr 1940 fertig gestellt, wurde der Roman Meister und Margarita erst 1966 in gekürzter Version veröffentlicht. Seit den 1980er Jahren wurde der frühere Wohnort des Schriftstellers zum Wallfahrtort für jeden Literaturliebhaber. 2007 entstand dort das einzige offizielle Bulgakow-Museum Russlands.

Zu den Höhepunkten des Besuchs zählt sicherlich der schwarze Hauskater Begemot – eine Hommage an die gleichnamige Figur aus Bulgakows Roman. Wer dann noch immer nicht genug magischen Realismus eingeatmet hat, kann an einer der nächtlichen Touren durch das Bulgakowsche Moskau teilnehmen oder an einer der regelmäßig veranstalteten Theateraufführungen im Museum.

Zu guter Letzt ist auch der Patriarchenteich, bekannt aus der Anfangsszene des Romans, nicht weit vom Museum entfernt und lädt zum gemütlichen Spaziergang ein.

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Treppenhaus im Bulgakow-Haus

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Szene aus “Meister und Margarita”

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Bulgakows Schreibtisch

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… und seine Schreibmaschine

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Küche

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Hauskater Begemot

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Patriarchenteich

 

Die Ära der Pulp-Magazine

Spätestens seit dem Kultfilm von Quentin Tarantino aus dem Jahr 1994 ist “Pulp Fiction” jedem Cineasten ein Begriff. Der Titel lehnt sich an jene literarische Geschichten an, die vor allem in den 1930er bis 1950er Jahren in Amerika populär waren.

Als Pulps werden die oft als Trivial- oder Schundliteratur abgestempelten Magazine bezeichnet, die auch als Nachfolger der Groschenromane des 19. Jahrhunderts gelten. Das Wort “Pulp” leitet sich dabei vom billigen, holzartigen Papier (engl. wood pulp) ab, auf dem die Geschichten gedruckt wurden.

Pulp-Magazine umfassen eine große Bandbreite an literarischen Gattungen, von Abenteuerromanen und Western, über Liebes- und Erotikromane, bis hin zu Kriminal-, Horror- und Science-Fiction-Geschichten. Als erstes amerikanisches Pulp gilt das Magazin Argosy des Verlegers Frank A. Munsey, das bereits 1882 erstmals erschien. Vor allem viele klassische Science-Fiction-Geschichten und Krimis wurden in Pulp-Magazinen wie Weird Tales, Amazing Stories oder Black Mask veröffentlicht.

Bekannte Pulp-Figuren sind z.B. Zorro, Tarzan, Conan der Barbar, The Shadow oder The Avenger. Ebenso finden sich unter den Pulp-Autoren viele namenhafte Schriftsteller wieder, wie Ray Bradbury, H. P. Lovecraft, Raymond Chandler und Edgar Rice Burroughs.

Durch die Konkurrenz zu Comics, Fernsehen und Taschenbüchern nahm die Leserschaft von Pulps ab den 50ern zunehmend ab. Heute sind vor allem die älteren Hefte begehrte Sammlerobjekte.

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Argosy (1882-1978)

Weird Tales (seit 1923)

Weird Tales (seit 1923)

Amazing Stories (1926-2005)

Amazing Stories (1926-2005)

Black Mask (1920

Black Mask (1920-1951)

Astounding (Stories/ Science-Ficition/ Science Fact&Fiction, seit 1930)

Astounding (Stories/ Science-Ficition/ Science Fact&Fiction, seit 1930)

Strange Stories (1939-41)

Strange Stories (1939-41)

Avon Fantasy Reader (1947-52)

Avon Fantasy Reader (1947-52)

The Phantom Detective (1933-53)

The Phantom Detective (1933-53)

The Shadow (1931-36)

The Shadow (1931-49)

The Avenger (1939-42)

The Avenger (1939-42)

Die Inspiration zum Film – Thérèse Raquin

Habt ihr auch schon einmal einen Film gesehen und erst hinterher erfahren, dass er eigentlich auf einem Buch basiert? Oder die Zeit vergessen und es einfach nicht geschafft den Roman vor dem Film zu lesen? Die Meisten sind sich einig: die Leseerfahrung ist immer besser als das Kinoerlebnis. Die Reihe „Die Inspiration zum Film“ rückt Bücher in den Fokus, die in naher Zukunft auf der großen Leinwand zu sehen sein werden, mit der Idee: Erst das Buch, dann das Popcorn!

zolaDer Stoff des Romans wurde bereits mehrfach verfilmt – vom italienischen Stummfilm aus dem Jahr 1915 bis hin zur südkoreanischen Produktion von 2009.

1867 erschienen, brachte der Roman Thérèse Raquin dem damals 27-jährigen Émile Zola den Durchbruch in Paris. Zu diesem Zeitpunkt waren Skandale für das Pariser Lesepublikum schon nichts ungewöhnliches mehr. Bereits 1857 begeht in Flauberts Madame Bovary eine Frau Ehebruch und auch die damals als anstößig aufgefassten Gedichte von Baudelaire, erschienen in seinem Gedichtband Die Blumen des Bösen, lösten einen literarischen Skandal aus.

Dies war mit Zolas Werk nicht anders. Der Roman erzählt die Geschichte der Hauptfigur Thérèse Raquin, die zusammen mit ihrem Stiefbruder Camille bei seiner Mutter Madame Raquin aufwächst. Diese besteht später auf eine Heirat zwischen den beiden, die jedoch zu einer glück- und leidenschaftslosen Ehe führt. Thérèse beginnt daraufhin eine Affäre mit Camilles Freund Laurent, aus der eine leidenschaftliche Beziehung erwächst. Um ihre Beziehung auch offen ausleben zu können, schmieden beide den Plan, Camille umzubringen.

Die amerikanische Verfilmung des Werkes mit dem Titel In Secret feierte bereits im Februar 2014 in den USA Premiere, in Deutschland wird der Film wahrscheinlich nur als DVD erscheinen. In den Hauptrollen sind Elizabeth Olsen, Tom Felton, Oscar Isaac und Jessica Lange zu sehen.