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Tag Archives: Jane Austen

Stolz und Vorurteil – immer wieder gern gelesen!

Der berühmteste Roman von der – besonders unter Frauen beliebten – britischen Schriftstellerin Jane Austen, wurde heute vor 203 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht. Es ist kein runder Geburtstag, aber dennoch interessant genug, um einmal in unseren Katalog zu schauen.

Wir finden Folgendes:

  • 11.576 antiquarische Treffer zu dem Originaltitel Pride and Prejudice, davon sind 438 Erstausgaben.
  • Der günstigste Artikel ist eine Ausgabe von Pride and Prejudice aus dem Jahr 2009 von HarperCollins als Taschenbuch für 0,95 EUR.
  • Der teuerste Artikel ist eine Original-Erstausgabe von Pride and Prejudice von 1813 aus dem Verlag Egerton in drei Bänden zu einem Preis von 77.763,34 EUR. In 2002 wurde bei einer Auktion eine ähnliche Ausgabe für umgerechnet ca. 60.000 EUR ersteigert.
  • Bei AbeBooks schaffte es Pride and Prejudice zuletzt im September 2014 mit einem Verkaufspreis von 6.320 EUR auf auf Platz 2 der Liste der teuersten Buchkäufe.
  • Und nicht nur bei uns erfreut sich dieser Roman größter Beliebtheit. Goodreads listet 1.751.699 Ratings und 40.512 Reviews und es werden täglich mehr.

Sie haben das Original bereits mehrfach gelesen und kennen verschiedene Textpassagen schon auswendig? In unserem Blog-Beitrag Stolz & Vorurteil & Fortsetzungen stellen wir einige interessante Veröffentlichungen in Anlehnung an das Original vor.

Was stellen wir fest? Pride and Prejudice ist nach 203 Jahren alles in einem: Klassiker, Bestseller und Sammlerstück. Herzlichen Glückwunsch!

Stolz & Vorurteil & Fortsetzungen

Obwohl Stolz und Vorurteil bereits vor mehr als 200 Jahren erstmals erschienen ist, erfreut sich der Roman von Jane Austen noch immer großer Beliebtheit und steht bei Auflistungen der Lieblingsbücher regelmäßig auf den ersten Plätzen. Die Liebesgeschichte von Elizabeth Bennet und Mr. Darcy hat nicht nur unzählige Leserinnen und Leser berührt, sondern auch zu einer ganzen Reihe literarischer Adaptionen angeregt: Insgesamt haben sich rund 80 Autorinnen und Autoren zu Nacherzählungen, Fortsetzungen und Parodien inspirieren lassen, von denen wir hier einige vorstellen möchten.

Darcy's Story

Darcy’s Story

In Stolz und Vorurteil begleitet der Leser Elizabeth Bennet durch die Geschichte. Dies hat viele Autoren dazu getrieben, das Geschehen noch einmal aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Besonders beliebt ist hierbei, die Ereignisse aus der Sicht der männlichen Hauptfigur Fitzwilliam Darcy zu schildern und damit ganz neue Einblicke auf sein Innenleben zu ermöglichen. Dies geschieht beispielsweise in An Assambly Such as This von Pamela Aiden und Darcy’s Story von Janet Aylmer. Amanda Grange hat gleich mehrere von Austens Büchern aus neuen Perspektiven  nacherzählt: In Wickham’s Diary ergründet sie in Form von Tagebucheinträgen, welche die Zeit von George Wickhams und Darcys gemeinsamer Jugend in Pemberley bis zu Darcys Hochzeit mit Elizabeth abdecken, die Psyche des unmoralischen Verführers. Eine ungewöhnliche Perspektive hat Jo Baker in ihrem Roman Im Hause Longbourn gewählt: Hier werden die Ereignisse in bester Downton Abbey-Manier aus der Sicht der Dienerschaft des Bennet-Haushalts geschildert.

Mr. Darcy Presents His Bride

Mr. Darcy Presents His Bride

Auch zahlreiche Fortsetzungen ergründen, wie es mit verschiedensten Nebenfiguren weitergeht. So findet in Conviction von Skylar Hamilton Burris auch Darcys Schwester Georgiana endlich ihr Liebesglück, während Jennifer Becton u.a. die Lebensgeschichten von Elizabeths bester Freundin Charlotte Lucas und von Caroline Bingley weitererzählt. Noch zahlreicher sind die Fortsetzungen, bei denen das Eheleben von Elizabeth und Darcy im Mittelpunkt stehen. Die erste Fortsetzung dieser Art, Old Friends and New Fancies,  erschien bereits im Jahr 1913 und lässt auch Figuren aus anderen Austen-Romanen auftauchen. Weitere Beispiele sind The Darcys & the BingleysMr. Darcy Presents His Bride und Mrs. Darcy’s Dilemma, das rund 25 Jahre später angesiedelt ist . Krimiautorin P.D. James hat sich in Der Tod kommt nach Pemberley für einen weniger romantischen Ansatzpunkt für ihre Fortsetzung entschieden. Mr. Darcy muss auf Verbrecherjagd gehen, um die Unschuld seines des Mordes angeklagten Schwagers Wickham zu beweisen.

 Stolz und Vorurteil und Zombies

Stolz und Vorurteil und Zombies

Wesentlich skurrileren Bedrohungen sehen sich Elizabeth und Darcy in einer Vielzahl von Parodien gegenüber: In Stolz und Vorurteil und Zombies gilt es zwischen Bällen und Teepartys angreifende Zombiehorden abzuwehren (zum Glück sind sowohl Elizabeth als auch Darcy Meister des Kampfsports und geübt im Umgang mit Waffen). In Mrs Darcy versus the Aliens stehen die beiden vor der Herausforderung, Elizabeths Schwester Lydia zu retten, die von Außerirdischen entführt wurde. In Pride and Platypus hingegen hütet Mr. Darcy ein furchtbares Geheimnis: Jeden Monat zum Vollmond verwandelt er sich in ein Wer-Schnabeltier.

Lest ihr Fortsetzungen eurer Lieblingsbücher, die von anderen Autoren stammen?

(Un)Sympathische Protagonisten

„Was für eine unsympathische Figur!“ Das hat wahrscheinlich jeder regelmäßige Leser schon einmal bei der Lektüre gedacht. Den ein oder anderen hat die Antipathie vielleicht sogar bewogen, das Buch aus der Hand zu legen. Doch muss ein Protagonist wirklich sympathisch sein? Oder ist es nicht sogar viel spannender, einen Blick ins Seelenleben einer Figur zu werfen, mit der man sich im realen Leben lieber nicht auf einen Kaffee treffen würde?

Das Parfum

Das Parfum

Wir stellen hier einige Werke mit unsympathischen Hauptfiguren vor:

1. Jean-Baptiste Grenouille in Das Parfum von Patrick Süskind wird von zwei Bedürfnissen angetrieben: seinem überaus stark ausgeprägtem Überlebenswillen und seinem Bestreben den perfekten Duft zu finden. Menschen hingegen erfüllen ihn mit solcher Abscheu, dass er nicht davor zurückschreckt, sie zu ermorden.

2. Gillian Flynn zeichnet in der ersten Hälfte ihres Bestsellers Gone Girl – Das perfekte Opfer noch ein sympathisches Bild ihrer Protagonisten, des Ehepaars Amy und Nick Dunne. Nur um das Bild, das der Leser von den beiden gewonnen hat, später komplett auf den Kopf zu stellen. Mehr wollen wir an dieser Stelle lieber nicht verraten!

Vom Winde verweht

Vom Winde verweht

3. Emma aus dem gleichnamigen Roman von Jane Austen hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Freundinnen unter die Haube zu bringen. Ihre gutgemeinte Hilfe geht nicht nur ihren Kameradinnen, sondern auch dem Leser schnell auf die Nerven.

4. Während Scarlet O’Hara in Vom Winde verweht mit dem Charme einer Südstaatenschönheit die anderen Figuren um den Finger wickelt, haben ihre Skrupellosigkeit und ihre Vernarrtheit in den falschen Mann sie die Sympathien vieler Leser gekostet.

5. Warum der Humbert Humbert genannte Erzähler mit pädophilen Neigungen in Vladimir Nabokovs umstrittenen Roman Lolita kein Sympathieträger ist, bedarf wohl keiner weiteren Ausführung.

Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

6. Holden Caulfield vereint all die negativen Eigenschaften, die Teenagern oft zugeschrieben werden: Er ist zynisch, besserwisserisch und rebelliert gegen die Erwartungen der Erwachsenen. Doch genau deswegen ist  Der Fänger im Roggen von  J.D. Salinger zum Kultbuch vieler Heranwachsender geworden.

7. Großmutter Rosalinda in Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche von Alina Bronsky ist herrschsüchtig und manipulativ. Um ihren Willen durchzusetzen, würde sie sogar über Leichen gehen. Selbst dann, wenn es die ihrer eigenen Kinder und Enkel sind.

8. Der namenlose Erzähler in Fjodor Dostojewskis Aufzeichnungen aus dem Kellerloch bezeichnet sich selbst als bösartig, verkommen und hässlich. Seine zynische und aggressive Art führt dazu, dass der Leser ihm nicht mit mehr Liebe entgegensieht als er sich selbst.

American Psycho

American Psycho

9. Dass Patrick Batemann ein typischer Yuppie der 80er Jahre ist, macht ihn vielen schon unsympathisch genug. Doch statt wie seine Kollegen seine innere Leere mit Konsum, Drogenexzessen und Sexorgien zu füllen, geht der American Psycho noch einen Schritt weiter und driftet immer mehr in Gewalt, Vergewaltigung und Mord ab.

10. Die Hauptfigur Nora Eldridge in The Woman Upstairs von Claire Messud ist unzufrieden, verbittert und wütend. Dass Nora in nahezu jeder Rezension des Romans als unsympathisch charakterisiert wurde, hat in den USA im Erscheinungsjahr eine Diskussion über unsympathische Charaktere entfacht.

Welche Bücher mit unsympathischen Protagonisten fallen Ihnen noch ein?