Beschreibung
8° (19.2 x 15.2 cm). 40 SS. (in der Fusszeile mit Bogenzählweise). Schriftsatz zweispaltig in unterschiedl. Schrifttypen u. -graden: grösserenteils 8-Punkt Antiqua (lat.), bzw. 9-Punkt Fraktur (dt.). Brosch. d.Zt. (buntes Kammeisenmuster; etwas bestossen u. berieben). Wohl Erste (Original-) Ausgabe. Seiten gelegentlich min. angestaubt u. (stock-) fleckig (generell eher schwach u. kaum störend). Alters-, Lagerungs- u. Manipulations-, weniger eigentliche Gebrauchsspuren, alter hs. Datumsvermerk (1675) a. Titel. Gesamthaft weitgehend sauberes, sehr ordentliches Exemplar. - - Lateinisch-deutscher Paralleltext - In der vorliegenden typographisch ident. Form digitalisiert in e-rara (dat. 1710, mit Vermerk: Gemäss HLS 1710 erstmals gedruckt, Bogensignaturen: A-E/4) - Barth 22770-73 (anon., lat. od. dt. Titel, Formula , bzw. Formul, etc.), 'Zürich 16.' bis St. Gallen 1723; G. Finsler, in: BSLK Fasc. V10e(alpha), Bern 1896, p. 1: Nrn. 1-3: 'Formula', mit Vermerken 'Auct. J. J. [sic!] Heideggero, Lateinisch und deutsch, (1714?)', resp. [lat. Titel] 'Editio IV. Bern ohne Datum', resp. [dt. Titel: Formul, Einhellige, etc.], Bern 1722 - Haller 2, p. 182 f., Nr. 525, nennt verschiedene Ausgaben sowie Übersetzungen, und führt zudem aus: "Johann Heinrich Heidegger hat die Formel Anno 1676 aus Befehl der Obrigkeit, und Antrieb einiger Geistlichen verfasset. [.] Sie ist dem Amyraldo, Capello, und andern entgegengesetzt." - Einteilung: Praefatio / Vorrede (pp. 2-8), XXVI Canones / 26 Lehrsätze (pp. 9-40) -- Johann Heinrich Heidegger (Bäretswil 1633-1698 Zürich), ref., von Zürich. 1667 Nachfolger von Johann Heinrich Hottinger als Professor für Exegese und Dogmatik. "Mit Heidegger erreichte die Zürcher reformierte Spätorthodoxie ihren Höhepunkt. [.] Er entwarf in Verbindung mit François Turrettini und Lukas Gernler die gegen den hypothetischen Heilsuniversalismus von Moyse Amyraut und die biblische Textkritik von Louis Cappel gerichtete Formula Consensus (1675), konnte aber verhindern, dass darin auch der Coccejanismus und der Cartesianismus abgelehnt wurden." (etc.; HLS) - "François Turrettini in Genf, Lukas Gernler in Basel und Kaspar Waser in Zürich schlossen sich 1671 zusammen, um die Protestantische Orthodoxie gegen die neuen theologischen Ideen der Akademie von Saumur zu verteidigen [.]. Sie erreichten, dass der Zürcher Kirche im Juli 1674 die Redaktion eines neuen Glaubensbekenntnisses anvertraut wurde. Die Aufgabe übernahm Johann Heinrich Heidegger [.]. [.] Aus Rücksicht auf die reformierten Kirchen im Ausland, v.a. die ref. Kirche Frankreichs, die Vorbehalte geäussert hatten, wurde dieser Text, die Formula Consensus, nicht gedruckt. An alle ref. Kirchen gingen aber handschriftliche Kopien. Die erste offizielle Publikation erfolgte 1710. Die Formula Consensus, die 26 Canones umfasste, bestätigte insbesondere die Wortinspiration des hebräischen Bibeltextes. [.] Nachdem [sie] zu einem Symbol der rückständigen und autoritären Orthodoxie geworden war, wurde ihre Unterzeichnung 1706 in Genf abgeschafft. 1682 und ab 1706 versuchten Waadtländer Theologiekandidaten, Einschränkungen [.] anzubringen. Das führte zu einem schweren Konflikt, den Bern 1722 mit der Forderung nach einer Unterschrift ohne Vorbehalt beendete. [.] Erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts verzichteten Zürich und Bern darauf, von ihren zukünftigen Pfarrern die Unterschrift unter die Formula Consensus zu verlangen." (HLS, Lemma Formula Consensus, mit Abb. der vorliegenden Druckversion; vgl. auch HBLS) - Sprache: la, de. Bestandsnummer des Verkäufers GW011800
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