Beschreibung
21 x 14.5cm, Pappband d. Zeit mit Buntpapierbezug, 208 Seiten, 2 mehrfach gefaltete, kolorierte Faltkarten (Temperaturkarten von Nürnberg), 9, tls. gefaltete Tafeln. Durchgehend etwas fleckig und mit leichtem Kellergeruch. Äusserst seltene und wichtigste Schrift des überzeugten Impfkritikers Carl Georg Gottlob Nittinger (*1807 1874). (Zitiert aus: Allgemeine Deutsche Biographie 23 (1886), 715-718) Nittinger: Karl Georg Gottlob N., Arzt und Impfgegner κατ᾽ ἐξοϰὴν, geb. am 23. November 1807 zu Bietigheim, einem kleinen Städtchen in Würtemberg, in Stuttgart am 8. März 1874, frühzeitig Waise und in harter Jugend aufgewachsen, besuchte, anfänglich zur Theologie, dann wegen Mittellosigkeit für das Lehrfach bestimmt, die Schulen seiner Vaterstadt, hernach die lateinische Anstalt zu Nürtingen und das Schullehrerseminar in Eßlingen, in welchem er als Amanuensis und Liebling des bekannten Professors Hochstetter zugleich eine treffliche Ausbildung in den Naturwissenschaften erhielt. Nach der herkömmlichen Lehrgehülfenzeit hatte er das Glück. Hauslehrer bei den Kindern (u. a. bei dem Grafen Alexander, dem nachmaligen begabten, frühverstorbenen Dichter) des Herzogs Wilhelm von Würtemberg in Stetten i. R. zu werden, bei welchem als einem großen Freunde der Naturwissenschaften und die Medicin selbst praktisch ausübenden Herrn er den ersten Grund zu seinem späteren Berufe|legte. Eine entscheidende Wendung nahm sein Lebensweg, als er bald darauf einen ehrenvollen Ruf als Lehrer an das damalige englisch-französische Institut nach Frankfurt a. M. bekam, von wo aus er im J. 1832 auf Veranlassung der Familie seiner dortigen Verlobten, zugleich seinem eigenen Herzenswunsche folgend, zum Studium der Medicin in Heidelberg und Würzburg überging. Auf ersterer Hochschule schloß er sich der Burschenschaft an und ließ sich zur Theilnahme an dem Frankfurter Attentate hinreißen, was für ihn noch glimpflich genug ablief und woraus er sich auf Zeit seines Lebens eine Lehre zog. Nach in Würzburg mit Auszeichnung abgemachter Promotion de statu putrido cum febre versah er während der Saison des Jahres 1834 die Stelle eines Vicebadarztes zu Kissingen, begab sich dann auf eine wissenschaftliche Rundreise, welche ihn im J. 1836 u. a. auch nach Wien führte, als kurz darauf daselbst die Cholera ausbrach. Sofort stellte er sich Professor Rokitansky zur Verfügung und hielt über die ganze Dauer der Epidemie aus. Die gleiche Seuche traf er hernach auf der Heimreise von Oberitalien in München an. Anfangs des Jahres 1837 wandte er sich zur Fortsetzung seiner Studien, namentlich behufs seiner Ausbildung in der operativen Chirurgie zunächst nach Straßburg und im Herbste darauf nach Paris, woselbst er die Kliniken und Vorlesungen der berühmtesten Professoren jener Zeit: Magendie, Velpeau, Lisfranc, Roux, Civiale, Cloquet, Sichel, Ricord, Bazin etc. Bestandsnummer des Verkäufers 22577
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