Leitfaden zum Sammeln von alten Fotos

2011 stöberte ein neuzeitlicher Schatzsucher in einem Antiquitätengeschäft in Fresno, Kalifornien. Beim Durchsehen verschiedener Kartons stieß er auf eine alte Fotografie. Eine Gruppe von finster blickenden Männern, anscheinend Amerikaner aus dem 19. Jahrhundert, spielte Krocket vor einem Gebäude aus Holz in ländlicher Umgebung. Es war eine interessante Fotografie. Der Schatzsucher zahlte 2 US-Dollar dafür und verließ das Geschäft.

Nach einigen Nachforschungen kam man zu dem Schluss, dass einer der Männer Billy the Kid, alias Henry McCarty, war und die anderen Spieler zu seiner Bande, The Regulators, gehörten. Dies war erst die zweite bekannte Fotografie des berühmt-berüchtigten Gesetzlosen des Wilden Westens. Die Fotografie ist heute mehrere Millionen US-Dollar wert.

Das Sammeln alter Fotos kann eine Entdeckungsreise sein. Wie bei Büchern rät AbeBooks davon ab, Fotos zu sammeln, um finanzielle Gewinne zu erzielen. Sammeln Sie Fotos, weil Sie die Geschichte, die Bilder oder Menschen, die in einem bestimmten Moment aufgenommen wurden, oder einen bestimmten Kameratyp lieben oder weil die Arbeit eines bestimmten Fotografen Sie anspricht. Wie immer liegt der Nervenkitzel in der Suche.

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The Bluebell Girls (Les Bluebells Girls du lido) in der Revue aus dem Film „Femmes de Paris“ von 1954

Im Laufe der Jahre wurde bereits viele faszinierende, alte Fotos über AbeBooks verkauft. Ein signiertes Foto des US-amerikanischen Industriellen und Philanthropen Andrew Carnegie wurde für 3 500 US-Dollar verkauft, ein signiertes Foto der politischen Aktivistin Helen Keller wechselte für 2 750 US-Dollar den Besitzer, ein Foto des Schauspielers Basil Rathbone erzielte 2 500 US-Dollar und ein signiertes Foto des Autors Arthur Conan Doyle ging für 2 300 US-Dollar über den Ladentisch.

Mehrere Faktoren wirken sich auf den Wert einer alten Fotografie aus:

  • Seltenheit – weniger Kopien bedeuten einen höheren Wert.
  • Zustand – es sollten möglichst keine Knicke oder Bearbeitungsspuren vorhanden sein.
  • Original oder Nachdruck – Originale sind teurer. Suchen Sie nach dem Stempel des Fotografen mit dem Herstellungsdatum. Suchen Sie nach dem Stempel des Fotografen mit dem Herstellungsdatum.
  • Druckdatum – das Foto sollte möglichst zeitnah zum Negativ gedruckt sein.
  • Bekanntheit des Fotografen – wurde sein Werk in Buchform gebracht oder in einer Kunstgalerie ausgestellt?
  • Bekanntheit des Menschen als Motiv – war der Mensch berühmt, hat er die Fotografie signiert?
  • Soziale Auswirkungen eines bestimmten Bilds – denken Sie an das berühmte Foto vom Soldaten, der im spanischen Bürgerkrieg erschossen wird, oder an das Foto des nackten und von Napalm gezeichneten vietnamesischen Mädchens.

Fotografie aus der Sammlung alter Fotos aus den 1920er Jahren zur Zucht arabischer Rennpferde

Machen Sie sich zunächst mit den Fachausdrücken vertraut, die in Verbindung mit alten Fotos verwendet werden. Die wichtigsten Fotografieverfahren des 19. Jahrhunderts sind Daguerreotypie, Ambrotypie, Ferrotypie, Kabinettformat und Carte de Visite.

Die Daguerreotypie, das erste kommerzielle Fotografieverfahren, zeichnete sich durch hohe Produktionskosten aus, da eine mit Silber beschichtete Kupferplatte erforderlich war. Fotomotive waren häufig wohlhabende Einzelpersonen. Diese Bilder konnten nicht reproduziert werden und die Originale sind sehr empfindlich. Für Daguerreotypien kann ein hoher Kaufpreis verlangt werden, insbesondere wenn das Bild ein außergewöhnliches Motiv darstellt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Verfahren der Ambrotypie eingeführt und fand aufgrund niedrigerer Kosten starke Verbreitung. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Verfahren der Ambrotypie eingeführt und fand aufgrund niedrigerer Kosten starke Verbreitung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfreuten sich Stereogramme mehrere Jahrzehnte lang großer Beliebtheit. Sie simulierten eine dreidimensionale Ansicht und hielten häufig weit entfernte Orte im Bild fest.

Carte de Visite von General Custer

Als Nächstes wurde die Carte de Visite (CdV, auch als Visitformat bezeichnet) eingeführt. Als Nächstes wurde die Carte de Visite (CdV, auch als Visitformat bezeichnet) eingeführt. Bilder von Kindern waren sehr populär, doch auch viele Bilder aus dem amerikanischen Bürgerkrieg wurden auf CdV festgehalten. Das Visitformat wurde wiederum vom Kabinettformat, auch als Kabinettkarte bezeichnet, abgelöst, das etwa eine Größe von 10 x 15 cm hatte.

Kabinettformat eines Mannes auf einem Fahrrad.

Kabinettformat der Prinzessin von Preußen

Kabinettformat der Prinzessin von Preußen

Kennen sollten Sie auch Ferrotypien, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkamen. Diese Fotografien konnten innerhalb weniger Minuten entwickelt werden. Sie traten vor allem als Jahrmarktattraktionen in Erscheinung und wurden von Händlern auf dem Gehsteig angeboten.

Außerdem werden Sie auf den Begriff Heliogravüre stoßen. Hierbei kann es sich um ein Fotografie- oder Druckverfahren handeln, bei dem eine lichtempfindliche Gelatineschicht auf eine Kupferplatte aufgebracht wird. Diese wird mit einem Filmpositiv belichtet und dann geätzt. Das Ergebnis ist ein Edeldruck.

Heliogravüre von Charles Darwin

Machen Sie sich mit der Geschichte und der Fachsprache der Fotografie vertraut und lesen Sie dazu am besten ein Buch. Die Namen der folgenden Fotografen sollten Ihnen bekannt sein: Ansel Adams, Lewis Hine, Robert Frank, Walker Evans, Henri Cartier-Bresson, Dorothea Lange, Brassaï, Mathew Brady, Alfred Stieglitz, Irving Penn, Diane Arbus, Edward Weston, Edward Curtis, Ellen von Unwerth, Helmut Newton und Peter Lindbergh.

Buchempfehlungen zum Thema Fotografie:

Wählen Sie das Leitmotiv für Ihre Sammlung aus. Dabei kann es sich um die Arbeiten aus einer bestimmten Ära, eines Verfahrens, eines Fotografen oder Fotoateliers oder um eine bestimmte Unterkategorie von Bildmotiven wie Porträts, Landschaften, Familien, Kinder, Militärangehörige oder Personen aus der Unterhaltungsbranche handeln.

Welche Art von Fotos sollten Sie sammeln? Sie können Ihre Sammlung nach folgenden Kriterien aufbauen:

  • Nach Thematik – von Personen (einschließlich signierter Bilder) bis Landschaften
  • Nach Ära – vom Viktorianischen Zeitalter bis zur Selfie-Ära
  • Nach Fotograf – von Ansel Adams bis zu einem unbedeutenden Hochzeitsknipser
  • Nach Format – von Polaroid bis Daguerreotypie
  • Nach Verwendungszweck – vom Familienandenken bis zum Hollywood-Reklamezettel

Fotopostkarten stellen eine Option dar und werden heute noch produziert. Wenn Sie Fotos aus der Unterhaltungsbranche wie Musik, Kino oder Sport sammeln möchten, stoßen Sie auf Publicity-Fotos, die für die Öffentlichkeit oder die Medien bestimmt sind. Allein alte Hollywood-Fotos bieten Tausende unterschiedliche Richtungen für eine Sammlung.

Fotografie von Basil Rathbone von George Hurrell aus dem Jahre 1937. Die berühmteste Figur Rathbones war Sherlock Holmes, den er 1939 in „Der Hund von Baskerville“ zum ersten Mal auftreten ließ.

Alte Fotos können über Online-Marktplätze für Sammlerstücke, wie AbeBooks, sowie in Antiquitätenläden, auf Flohmärkten, bei Haushaltsauflösungen und Auktionen gekauft werden.

Fangen Sie am besten bei Haushaltsauflösungen an. Auf diese Weise geben Sie nicht zu viel Geld aus, stillen aber Ihren Wissensdurst. Wir empfehlen grundsätzlich, ein Budget festzulegen und sich daran zu halten.

Das Internet bietet viele einfache Suchmöglichkeiten. Die Detailsuche von AbeBooks ist für sehr spezifische Suchen nützlich:

  • Geben Sie im Feld „Erscheinungsjahr“ den Datumsbereich für den gewünschten Zeitraum an.
  • Verwenden Sie die Stichwortsuche für ein bestimmtes Fotografieverfahren.
  • Geben Sie das Preissegment an, um ihr Budget einzuhalten.

Durchsuchen Sie auch die Bestände von Buchhändlern, die sich auf alte Fotos spezialisiert haben, wie beispielsweise Walter Rueben in West Hollywood, Royal Books in Baltimore und Ira Joel Haber in Brooklyn.


Sammlungen von alten Fotos