Die jüdische Mutter. [Roman]. Mit einem Nachwort von Esther Dischereit. Umschlaggestaltung von Willy Fleckhaus. (= Bibliothek Suhrkamp, Band 1370).

Sprache: Deutsch

Verlag: Suhrkamp Verlag (Lizenz des Kösel Verlags), Frankfurt am Main, 2003

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Fadengehefteter Büttenpappeinband mit goldgeprägtem farbig hinterlegtem Rückentitel, Lesebändchen, farbigen Vorsätzen und Schutzumschlag. Der Umschlag nachgedunkelt, berieben, leicht fleckig und partiell gewellt, der Kopfschnitt etwas berieben, ansonsten guter Erhaltungszustand. "Berlin, Ende der zwanziger Jahre. Früh verwitwet, zieht die Fotografin Martha Wolg ihre Tochter allein auf. Sie ist Fotografin. Als sie eines Abends aus dem Atelier heimkehrt, ist Ursula verschwunden. Auch die ausgedehnte Suche nach ihr bleibt erfolglos. Erst am nächsten Tag findet sie "Ursa" in einem Gartenhaus. Das Kind ist vergewaltigt und schwer verletzt worden. Martha trägt es in ein Krankenhaus. Nach wenigen Tagen flößt sie ihm ein tödliches Schlafmittel ein. In der Folge tut Martha alles, um den "Mörder" ihres Kindes zu finden. Schließlich gewinnt sie einen jüngeren Mann für die Suche, der sie rasch wieder verläßt. Verzweifelt gesteht Martha ihm, daß sie selbst die Mörderin ihres Kindes ist - und daß sie ihn, den sie als Werkzeug ihrer Rache nur zu benützen glaubte, liebt. Gertrud Kolmar (1894-1943), eine der bedeutendsten Dichterinnen deutscher Sprache, schrieb Prosa, die im Schatten ihres poetischen Werks verborgen und lange verkannt blieb: 1939/40 die Erzählung "Susanna" (BS 1199) und 1930/31 den eigensinnig packenden Roman "Die jüdische Mutter", mit dem es ihr gelingt, schreibt Karin Lorenz-Lindemann, "die schier unlösbaren Probleme jüdischer Selbstbestimmung. . . offenzulegen"." (Verlagstext) Gertrud Kolmar (Pseudonym für Gertrud Käthe Chodziesner, geboren am 10. Dezember 1894 in Berlin; ermordet Anfang März 1943 in Auschwitz) war eine deutsche Lyrikerin und Schriftstellerin. Gertrud Kolmar war die älteste Tochter des jüdischen Rechtsanwaltes Ludwig Chodziesner (1861-1943) und seiner Frau Elise, geborene Schoenflies (1872-1930). Sie wuchs im Charlottenburger Westend auf, dem heutigen Berliner Westend, und besuchte nach mehreren privaten Berliner Mädchenschulen 1911/12 eine haus- und landwirtschaftliche Frauenschule in Elbisbach bei Leipzig. Sie war zwischenzeitlich in einem Kindergarten tätig, lernte Russisch und absolvierte 1915/16 ein Seminar für Sprachlehrerinnen in Berlin mit einem Diplom für Englisch und Französisch. Zu dieser Zeit hatte sie eine Liebesbeziehung mit einem Offizier, die mit einer Abtreibung und der anschließenden Trennung endete. 1917 erschien ihr erster Gedichtband unter dem Pseudonym Gertrud Kolmar. Das Pseudonym erklärt sich aus der Herkunft ihres Familiennamens von der Stadt Chodziesen in der damaligen preußischen Provinz Posen, die 1878 in Kolmar umbenannt worden war. Ab Ende der 1920er-Jahre erschienen einzelne ihrer Gedichte in literarischen Zeitschriften und Anthologien. 1934 wurde ihr zweiter Gedichtband Preußische Wappen im Verlag Die Rabenpresse von Victor Otto Stomps publiziert. Diese Veröffentlichung brachte den Verlag auf eine Liste unerwünschter Verlage des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, von dem er dann boykottiert wurde. Kolmar durfte ab 1936 nicht mehr unter ihrem Künstlernamen publizieren, sondern nur noch unter ihrem Familiennamen Chodziesner. Ab Juli 1941 musste Gertrud Kolmar Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten. Sie wurde am 27. Februar 1943 im Verlauf der Fabrikaktion verhaftet und am 2. März 1943 im 32. "Osttransport" des RSHA ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Von den etwa 1500 Berliner Jüdinnen und Juden, die in diesem Zug am 3. März 1943 in Auschwitz ankamen, wurden nach der Selektion an der "Alten Rampe" 535 Männer und 145 Frauen als "arbeitsfähige" Häftlinge registriert und in das Lager eingewiesen. Die übrigen etwa 820 Deportierten dieses Zuges, darunter Gertrud Kolmar, wurden nicht als Häftlinge registriert und vermutlich sofort nach der Ankunft in der Gaskammer ermordet. (Wikipedia) In deutscher Sprache. 214, (10) pages. Klein 8° (118 x 180mm).…

Bestandsnummer des Verkäufers BN33854

Titel
Die jüdische Mutter. [Roman]. Mit einem Nachwort von Esther Dischereit. Umschlaggestaltung von Willy Fleckhaus. (= Bibliothek Suhrkamp, Band 1370).
Autor
Kolmar, Gertrud [d. i. Gertrud Käthe Chodziesner]
Verlag
Suhrkamp Verlag (Lizenz des Kösel Verlags), Frankfurt am Main
Erscheinungsjahr
2003
Zustand
gut
Schutzumschlag
Schutzumschlag
Einband
Hardcover
Sprache
Deutsch
ISBN-10
3518223704
ISBN-13
9783518223703
Auflage
Erste Aufl. / Lizenzausgabe.
Artikelgewicht
264 Gramm

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