Anbieter: Verlag Dr. Kovac GmbH, Hamburg, Deutschland
Erstausgabe
Softcover. Zustand: neu. 1. Auflage. Sozialpädagogik in Forschung und Praxis, Band 16 164 pages. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- --------------------------------------------- REZENSION in: Arbeitsgemeinschaft für Sozialberatung und Psychotherapie AGSP, September 2006: "[.] haben Conrad und Stumpf eine Fülle von Literatur vorgestellt und verarbeitet, womit dem Eigenanspruch eines 'einleitenden Ãberblicks in die Thematik" mehr als genügt wurde. Das Buch ist allen im Pflegekinderbereich tätigen Fachkräften zur Lektüre zu empfehlen und eine ergiebige Fundgrube. " ------------------------------------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------ ------- In der Fachwelt des Pflegekinderwesens wird insbesondere eine Thematik seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert: Die Gestaltung des Bezugs von Pflegekindern zu ihren Herkunftseltern. Hierbei sind sich die einzelnen Parteien darüber einig, dass bei der zeitlich befristeten Unterbringung eines Kindes in einer Pflegefamilie der Bezug zu seinen Herkunftseltern in Form von regelmäÃigen und intensiven Besuchskontakten unabdingbar ist. Bei Kindern, die auf Dauer in einer Pflegefamilie leben, wird die Gestaltung des Bezugs jedoch konträr diskutiert. Zentrum der diesbezüglichen Diskussion ist die Frage, ob der Bezug zu den Herkunftseltern in Form von Besuchskontakten die gesunde Entwicklung des Pflegekindes hemmt oder positiv beeinflussen kann. Besonders brisant wird diese Fragestellung, wenn man sich die speziellen Konstellationen der Hilfeform Pflegefamilie betrachtet: Zwei sich và llig unbekannte Elternpaare, mit unterschiedlichen auf die Hilfe bezogenen Interessenslagen, sollen zum Wohl eines Kindes kooperieren. Diese Konstellationen führen nicht selten zu erheblichen Spannungen. Die Kernproblematik dieses Spannungsfeldes auf der Ebene der elterlichen Subsysteme besteht darin, dass dem Pflegekind die Gefahr des Gefangenseins im pathogenen Dreieck zwischen Pflegeeltern und Herkunftseltern droht. Diese Studie befasst sich insbesondere mit der Fragestellung, welcher Bezug des Pflegekindes zu seinen Herkunftseltern für seine Entwicklung am fà rderlichsten ist. Konzeptionelle Grundlage dieser Auseinandersetzung stellen die beiden zentralen Leitmodelle im Pflegekinderwesen der Ersatz- und der Ergänzungsfamilie dar. AuÃerdem werden die Rollen der Beteiligten- also die der Pflegeeltern, des Jugendamtes und der Herkunftseltern- sowie die Situation des Kindes aufgezeigt. Dem Kind kommt im Kontext des Pflegeverhältnisses keine aktiv gestaltende Rolle zu. Vielmehr sollte sein Wohl im Mittelpunkt stehen, wodurch ihm eine besondere Rolle zukommt. Um dieser gerecht zu werden, befasst sich das 2. Kapitel mit Ãberlegungen zur Entwicklung des Pflegekindes. Diese umfassen die Bedeutung von Bindungen, Deprivation und Trauma für die kindliche Entwicklung sowie den Integrationsprozess in die Pflegefamilie. Auf dieser Grundlage befasst sich das 3. Kapitel explizit mit der Fragestellung, welcher Bezug zu den Herkunftseltern im Kontext einer positiven Entwicklungsmà glichkeit für das Pflegekind am fà rderlichsten ist. Dies beinhaltet die Betrachtung der verschiedenen Spannungsfelder im Pflegeverhältnis, Ãberlegungen zur rechtlichen Situation, zum Begriff des Kindeswohls, zu Besuchskontakten sowie zur Biografiearbeit als Mà glichkeit der Bezugnahme zu den Herkunftseltern. Darauf aufbauend werden abschlieÃend Schlussfolgerungen für die Praxis formuliert, welche dabei helfen sollen einen Bezug des Pflegekindes zu seiner Herkunft zu gestalten, der ihm eine positive Entwicklung gestattet.