Gebrochener Rücken, vergilbte Seiten, Schimmelbefall ... Jeder Bibliophile kennt das Problem, dass Bücher anfällig für Schäden aller Art sind. Wir haben einige Tipps und Tricks gesammelt, wie man Bücher vor Umwelteinflüssen schützen und so Wertverlust vermeiden kann: Von den einfachsten Grundlagen, die man eigentlich gar nicht erwähnen muss, bis hin zu Expertentipps für Sammler antiquarischer Bücher ist alles dabei.

Tipps fürs Lesen

  • Fassen Sie die Bücher nur mit sauberen, trockenen, uneingecremten Händen an. Essen und trinken Sie nicht während des Lesens.
  • Um Knicke im Buchrücken zu vermeiden, sollten Sie Ihre Bücher niemals um 180 Grad aufschlagen. Verwenden Sie stattdessen eine Buchwiege oder ein Buchkissen.
  • Öffnen Sie ein Buch beim ersten Aufschlagen folgendermaßen, um Knicke im Buchrücken zu vermeiden: Legen Sie den Rücken des geschlossenen Buches auf einen Tisch. Öffnen Sie nun zunächst den vorderen Buchdeckel, dann den hinteren. Blättern Sie nun abwechselnd von vorne und von hinten einige Seiten auf bis sie in der Mitte des Buches angelangt sind. Wiederholen Sie diese Schritte mehrere Male.
  • Feuchten Sie Ihre Finger beim Umblättern nicht an.
  • Tragen Sie Notizen nur zart mit Bleistift ein und radieren Sie diese aus, wenn Sie sie nicht mehr brauchen. Alternativ können Sie Ihre Notizen auf Post-its schreiben, an die entsprechende Stelle kleben und die Notizzettel später entfernen.
  • Legen Sie die Bücher niemals mit dem Gesicht nach unten ab und knicken Sie keine Seitenecken ein, um Ihre aktuelle Seite zu markieren. Verwenden Sie immer ein Lesezeichen.

Schäden durch falsche Aufstellung
Foto: © Cornelia Lemmen

Pflegetipps

  • Stauben Sie Ihre Sammlung regelmäßig ab.
  • Zedernholz, Lavendelduft und Ginkoblätter, die wie Lesezeichen in Bücher eingelegt werden, halten Ungeziefer wie Motten oder Silberfische fern.
  • Kontrollieren Sie Ihre Sammlung regelmäßig auf Schimmel und Ungezieferbefall.
  • Lassen Sie kein säurehaltiges Papier, wie beispielsweise Zeitungspapier zwischen den Seiten liegen. Dieses verdunkelt das Papier.
  • Um das Buch oder den Buchumschlag zu schützen, kann man aus transparenter Folie einen Schutzumschlag basteln.

Tipps fürs den richtigen Aufbewahrungsort

  • Die richtige Lagerung der Bücher beginnt bei der Auswahl des richtigen Aufbewahrungsortes. Keller sind meist nicht zur Buchaufbewahrung geeignet, da sie oft kalt und feucht sind. Ebensowenig sollten Bücher auf dem Dachboden gelagert werden, da die Bücher dort oft großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind.
  • Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlungen können schwere Schäden anrichten. Die ideale Raumtemperatur zur Lagerung von Büchern liegt bei ca. 20 Grad Celsius. Da hohe Luftfeuchtigkeit zu welligen Seiten führen und Schimmelbildung begünstigen kann, sollte die Luftfeuchtigkeit 50 % nicht übersteigen. Luftentfeuchter oder kleine Säcke mit Katzenstreu halten die Luftfeuchtigkeit niedrig.
  • Auch direkte Lichteinstrahlungen kann Bücher durch Ausbleichen schädigen. Daher sollten Bücherregale nicht zu nah am Fenster stehen.
  • Einen optimalen Schutz bieten lichtundurchlässige Schranktüren.

Wasserschaden
Foto: © Cornelia Lemmen

Lagerung im Regal bzw. Buchschrank

  • Stellen Sie Regale und Schränke mit etwas Abstand zur Wand auf, damit die Luft zirkulieren kann.
  • Regale aus Zedernholz sind ideal, da der Geruch des Holzes Ungeziefer fernhält.
  • Bücher in einem verschlossenen Schrank statt in einem Regal aufzubewahren hat den Vorteil, dass sie vor Staub, Sonneneinstrahlung und Schädlingen geschützt sind. Wenn Sie Ihre Bücher lieber sehen möchten, können Sie eine Glastür verwenden.
  • Stellen Sie ähnlich große Bücher im Regal nebeneinander.
  • Die Bücher sollten sich im Regal gegenseitig stützen, aber nicht so eng stehen, dass sie sich gegenseitig verziehen.
  • Bücher sollten nicht über längere Zeit gekippt stehen, da sie sich verziehen können. Wenn Sie ein Buch aus dem Regal entnommen haben, schließen Sie entstandene Lücken durch das Aufrücken anderer Bücher. Verwenden Sie Buchstützen, wenn eine Reihe nicht ganz voll ist.
  • Ziehen Sie Ihre Bücher niemals am Kapital (oberes Ende des Büchrückens) aus dem Regal. Schieben Sie stattdessen das Buch von hinten nach vorne.
  • Wenn Sie Bücher liegend lagern, achten Sie darauf, dass die größten und schwersten Exemplare unten liegen.
  • Auch wenn es dekorativ aussieht: Lassen Sie Bücher nicht für längere Zeit aufgeschlagen liegen.
  • Lagern Sie wertvolle Bücher nicht in den unteren Regalreihen, um sie im Falle eines Wasserschadens zu schützen.

Ausgeblichener Bucheinband
Foto: © Cornelia Lemmen

Schutzmaßnahmen für besonders wertvolle Bücher

Die beste Möglichkeit, besondere Ausgaben zu schützen sind maßangefertigte Schatullen oder Hüllen. Da diese speziell angefertigt werden müssen, sind sie nicht ganz billig. Daher sollte man diesen Schutz nur für die wertvollsten und empfindlichsten Bücher in Betracht ziehen. Es gibt verschiedene Arten von Buchhüllen und –schatullen.

Schuber: Diese meist aus Pappe oder Karton gefertigten Schutzbehältnisse werden passgenau für ein Buch oder mehrere Bücher angefertigt. Der Schuber umschließt fünf Seitenkanten des Buches, der Rücken wird freigelassen, so dass man den Titel weiterhin lesen kann.

In einer Buchschatulle sind antiquarische Schmuckstücke hingegen von allen Seiten geschützt. Zum Teil werden Schatullen mit Doppelscharnieren am Rücken eingesetzt, sodass dieser beim Öffnen flach aufliegt. In der unteren Hälfte liegt das Buch, die obere Hälfte schließt über die untere. Es gibt auch andere Formen mit abnehmbarem Deckel, die eher wie eine Pralinenschachtel aussehen.

Verfärbungen durch säurehaltiges Papier
Foto: © Cornelia Lemmen

Restaurierung und Reperaturen

Restaurierungen und Reperaturen sollten immer reiflich überlegt sein, da sich das Buch danach nicht mehr im Originalzustand befindet und dies den Wert erheblich mindern kann. Wenn möglich, sollte man vor der Reparatur die Preise restaurierter und unrestaurierter Exemplare vergleichen oder die Einschätzung eines Spezialisten einholen.
Wenn Sie sich für eine Reparatur Ihres Buches entschieden haben, suchen Sie einen Buchbinder oder –restaurator, der auf die benötigte Art der Reparatur spezialisiert ist. Der Antiquar Ihres Vertrauens oder ein VDA-Mitglied kann Ihnen bei der Suche behilflich sein.

Durch Trockenheit verzogenes Buch
Foto: © Cornelia Lemmen